Ein Witz über Angela Merkel (ich weiß: Alles alte Hüte. Aber den hier werden Sie noch nicht kennen, der ist von mir. Wenn Sie ihn anderweitig schon gehört haben, dann ist er mir geklaut worden oder irgendwo auf der Welt hat jemand denselben Humor wie ich)? Also: Zwei Freundinnen unterhalten sich.

"Mann, hab' ich gestern Glück gehabt", sagt die eine.

"Wieso?" fragt die andere.

"Ich habe gestern an einem Angela-Merkel-Ähnlichkeitswettbewerb teilgenommen."

"Und das nennst Du Glück?"

"Klar. Weil ich Letzte geworden bin."

 

Lll (Laut loslachen, besser bekannt in der amerikanischen Variante: Lol)? Wenn Sie das nicht lustig finden, suchen Sie am besten denjenigen, der denselben Humor hat wie ich.

Der wird ihn lieben, wenn es ihn denn gibt.

 

Klar, eine sehr machohafte Weltsicht. Eine Politikerin allein auf ihr Aussehen zu reduzieren. Wo es doch nur auf die Politik ankommt, die frau macht (das war schon wieder ein Witz, weil: Wann hätte Frau Merkel je etwas gemacht?). Wer würde schon bei einem männlichen Politiker (ja, ich weiß: Die sind immer männlich, ansonsten wären es Politikerinnen) auf das Aussehen achten? Wobei mir als Gegenbeispiel der Skandal um die angeblich gefärbte Haartracht des damaligen Kanzlers Schröder einfällt, die fast schon so etwas wie eine Staatsaffäre ausgelöst hat.

Und jetzt schon wieder.

 

Warum werden die Nationalspielerinnen nicht ausschließlich nach ihren fußballerischen Qualitäten gemessen?

 

Immer ist die Rede von deren Aussehen und Werbewirksamkeit. Von Haarreifen und Schminke, von nicht rasierten Beinen bis zum Finale (die älteren werden sich erinnern). Und wenn das nicht der Fall ist, dann werden ihre Leistungen entweder (was ich auch für diskriminierend halte) vorbehaltlos in den Himmel gelobt ("toller Schuß" bei jedem Schüßchen, der Richtung Tor geht und den meine Großmutter mit Links halten würde) oder mit denen der Männer verglichen.

Darin unterscheidet sich Fußball erkennbar von allen anderen Sportarten.

 

Wer würde etwa bei den Läuferinnen stets daran erinnern, daß die Männer einfach schneller laufen? Daß der Weltrekord bei den Männern auf 100 Metern bei 9,58 Sekunden, der bei den Damen bei 10,49 Sekunden liegt? Mit der Zeit der Frauen käme kein Mann in die Weltspitze. Beim Marathon beträgt der Abstand zwischen schnellstem Mann (2:03:59) satte 11 Minuten zur schnellsten Frau (2:15:25). Die Werte für andere Laufdisziplinen oder andere Sportarten wie Hochsprung, Stabhochsprung oder Sperrwurf liegen nicht viel anders.

Aber wer zählt das?

 

Im Fußball scheint das eine Rolle zu spielen. Warum muß dort eigentlich jemand der Bessere sein, obwohl man gar nicht gegeneinander antritt? Da werden die Anzahl der Autocorsos nach Siegen (nach meiner Beobachtung bei der derzeitigen Weltmeisterschaft Null) oder auch die Erwähnung in den Gazetten (welche Seite? wieviele Seiten pro Zeitung?) gewertet.

Als ob es einen Anspruch auf Beachtung gäbe.

 

Der Männerfußball ist medienwirksam, also muß es der Frauenfußball auch sein?

 

Aber warum? Wo bleibt die Parität zum Tischtennis (diskriminierend wenige Zuschauer trotz eines Weltklassekönners in den deutschen Reihen)? Oder geht es nur um die Parität zwischen den Geschlechtern? Wer eine Stunde am Tag Männerfußball schaut, muß auch eine Stunde Frauenfußball schauen? Was, wenn gar kein Frauenfußball kommt? Was, wenn wie jetzt nur Frauenfußball übertragen wird, nicht aber Männerfußball (sieht man mal von der U16-Weltmeisterschaft ab, nach der kein Hähnchen oder gar Hühnchen kräht)?

Heute Abend spielen die Damen gegen Frankreich. 

 

Die Quoten waren bislang gut, man ist einigermaßen zufrieden mit dem Ausgleich der Geschlechter. Wenn da nur die ungerechte Bezahlung nicht wäre. Und die Prämie für den Fall des Weltmeistertitels nicht ein Bruchteil dessen wäre, was die Männer für die Hände am Pokal bekämen.

Die Welt ist ungerecht.

 

Diese Prämie hätten die Tischtennisspieler auch gerne.

 

1. Nachtrag: Die Tore der Engländerinnen gegen Japan waren Weltklasse und daran war auch nicht das geringste zu beanstanden.

2. Nachtrag: Auch die Deutschen spielen heute wie ausgewechselt. Das sollte die Kritiker und besonders die Vergleicher verstummen lassen. Wobei man zum Schluß hin die Sache wieder unnötig spannend gemacht hat.

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