Niederlagen als Siege zu verbuchen, das kann kaum jemand so gut wie der italienische Ministerpräsident. Er mag ordentlich (vulgär ausgedrückt) "in die Fresse bekommen". Dennoch kann er das binnen Sekunden in einen eigenen Vorteil umwandeln. Gleich nach dem Attentat eines Geistesschwachen zeigte er sich nochmal geistesgegenwärtig seinem Wahlvolk, in Siegerpose.
Und auch die Öffentlichkeit hat sich vermehrt auf seine Seite geschlagen.

Da hat jemand durch Bekundung von Antipathie deutliche Sympathien beim Geschädigten hervorgerufen.

Wobei der Ruf von Herrn B., soweit er überhaupt jemals gut war, arg ramponiert ist. Macht er sich durch seine Kontakte zu Prostituierten nicht schon lächerlich genug, hat er auch die italienische Wirtschaft heruntergewirtschaftet (was er allerdings dankbar auf die Krise zurückführt). Seitdem die Strafjustiz an der Kette liegt, ist auch das Interesse ausländischer Investoren wegen der erheblichen Unsicherheiten gesunken, in Italien Geld zu investieren.
Allein, das schert den selbstverliebten Pfauen wenig.

Hauptsache, man hält ihn nach Lifting, Haare färben und Viagra für jung genug, unangemessene Beziehungen zu Damen zu haben, die getrost als seine Enkelinnen durchgehen könnten.

Peinlich genug, woher man die italienischen Abgesandten zum europäischen Parlament rekrutiert hat. Und welche Ahnungslosigkeit auf langen Beinen da über europäische Belange mitentscheidet. Aber die Machenschaften um die eigene Straflosigkeit bei jedweder Schandtat verläßt schon den Boden demokratischer Staaten.
Ein Sonnenfürst, der allein der Staat ist.

Und der sich inszeniert. Und die gleichgeschaltete Presse jubelt ihm vorbildlich zu, damit ihm auch die Massen zujubeln. Ein Duce, wie er im Geschichtsbuch steht. Sicher muß man auch die politische Instabilität Italiens unter demokratischeren Kräften sehen. Allianzen aus vielen Parteien, die nicht lange hielten und denen zum Tiel auch immer Kontakte zu mafiösen Strukturen nachgesagt wurden. Insoweit ist der italienische Staat nun berechenbarer geworden.
Allerdings nicht gerade vorbildlicher.

Selbst Rassismus aus dem Munde B.'s konnte seinen Triumphmarsch bislang nicht stoppen.

Und diesem Ärger hat sich in sicher unangemesseneren Form ein Bürger Luft gemacht. Und damit dem ungekrönten König von bella italia Luft verschafft. Bevor die nicht mehr ganz so zahnlose Justiz, ob allesamt links oder nicht, vielleicht die Luft herausläßt aus dem aufgeblasenen Popanz, der auch ein wenig zahnloser wirkt.
Mal sehen, was ihm demnächst noch einfällt.

Mit welch heroischer Geste er ins Gefängnis geht und die Gitter als Schutz ansieht vor Menschen, die ihm nur Böses wollen.
Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie nicht den Schwanz ein.

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