Heute mache ich blau. Und zwar vom Blaumachen. Heute klinke ich mich aus dem Freizeitstreß aus. Heute wollte ich soviel machen, war eingeladen, wollte Sport treiben und einkaufen gehen. Stattdessen bleibe ich auf der Couch liegen und mache nichts. 
Gar nichts. 

Nicht einmal der Fernseher ist an. 

Obwohl gleich eine meiner vielen Lieblingsserien laufen würde. Wenn ich denn den blöden Glotzkasten anstellen würde. Mache ich aber nicht. Ich sitze nur still da und lausche der Stille um mich herum. Keine Musik, schon gar keine laute. Nicht die Vorfreude auf eine lange, durchtanzte Nacht mit Alkohol und schönen, jungen Damen. 
Oder zumindest mit Alkohol. 

Den kann heute in sich reibkippen, wer will. 

Heute ist zwar Samstag, aber ich lasse mir doch nicht von einem Tag aufzwängen, was ich zu tun habe. Es werden weitere Samstage kommen. Und sie werden wie die vorigen sein. Wenn ich nicht am nächsten Samstag genau dasselbe mache wie heute. 
Nämlich nichts. 

Weniger als nichts. 

Nicht einmal meine Verabredungen halte ich ein. Ich werde nicht von einem Termin zum nächsten hetzen, weil das nur in meiner Freizeit geht. Heute fange ich mit meiner Freizeit an, was ich will. 
Und nicht, was man von mir erwartet. 

Heute sitze ich die Stille aus, habe keine Einladungen einzuhalten, muß vorher keine Geschenke kaufen und lange Strecken zurücklegen, um irgendwo im Kreise irgendwelcher Leute meinen Samstagabend mit Alkohol zu versüßen. 

Auch hier werde ich heute nichts trinken. Ich werde auf meinen eigenen Atem hören und nur aufstehen, wenn ich es vor Hunger nicht mehr aushalte. Aber nur bis zum Kühlschrank, nicht weiter als nötig. 
Ich habe nämlich heute frei.

Ich mache Freizeit von meiner üblichen Freizeit. 
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