Ein Richter aus nördlicheren Gefilden spricht alle Verkehrssünder schlicht frei, ohne Ansehen der Person (Justizia ist ja bekanntlich blind. Aber so blind?). Dies mit dem Argument, die Polizei hätte keine klare, gesetzliche Grundlage dafür, wo genau sie ihre Radarfallen aufbaut. Allerdings wären klare Vorgaben auch gut für die Verkehrsrowdies, denn sie könnten sich ausmalen, wo genau gemessen wird und sich darauf einstellen. Und dann überall rasen, nur dort wo nicht, wo man den Verkehr kontrollieren darf (allerdings nur seiner Ansicht nach).

Aber ist das der Sinn der Sache?

 

Sollten sich die Verkehrsteilnehmer nicht überall und jederzeit an die Vorschriften halten?

 

Und wie soll man das kontrollieren, wenn die Kontrollstellen auch noch örtlich geregelt sind? Wem dient solch ein Verhalten? Der Verkehrssicherheit? Wohl kaum. Muß man wirklich darauf hinweisen, daß im Straßenverkehr täglich Menschen sterben, von der großen Zahl an dauerhaft Geschädigten, körperlich und geistig Beeinträchtigten ganz zu schweigen. Auto zu fahren ist gefährlich. Um so mehr, als in Deutschland der Egoismus sich oftmals hinter dem Argument der Wegelagerei der Behörden verschanzt, als gäbe es ein Recht auf Gesetzesbruch. So redet man sich die Erhöhung der Gefährlichkeit durch Erhöhung der Geschwindigkeit und Abstandsunterschreitung schön.

Verantwortlichkeit und soziale Kompetenz sehen anders aus.

 

Oder sollte der Bürger frei entscheiden dürfen, ob und an welcher Stelle er geruht, die Gesetze einzuhalten?

 

Und dann kommt eine Richter auf die kleine Bühne der Boulevardmagazine, der zumindest auch auf das Medieninteresse schielt und steht den Rechtsbrechern ehern zur Seite. Hart am Rande der Peinlichkeit (wenn nicht darüber hinaus) negiert er die Pflicht, die er als Richter hat: Die Anwendung der Gesetze, als würde es StVO und StVG nicht geben. Als würde er den vielen Opfern der Raser und selbsternannten Schumis Hohn sprechen statt Recht. Mit welchem Selbstverständnis ist eigentlich solch ein Mensch Richter geworden? Oder arbeitet er auf die Frühpensionierung hin? Oder will er sein Referat loswerden, lieber einmal etwas anderes machen?

Fühlt er sich noch an Recht und Gesetz gebunden?

 

Gott sei Dank gibt es noch eine Instanz über ihm.

 

Was einstweilen im Gerichtsbezirk Herford stattfindet, grenzt an Anarchie. Jeder eigensinnige Autonarr wäre dumm, wenn er sich gegenwärtig an die Verkehrsregeln halten würde. Ein Pilotversuch, die Unfallzahlen zu erhöhen?

Man schämt sich für die Justiz.

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