Er ist nicht gesetzlich geschützt, der Begriff des Forschers. So kann sich jeder straflos so nennen, der irgendeiner selbstgewählten Luftblase nachjagt. Er braucht dazu keine Aus-, ja nicht einmal eine Vorbildung. Man sucht sich irgendein Fachgebiet und forscht auf diesem.
Dies ist auch kein Titel, eher ein Etikett ohne Wert.

Allerdings darf man sich auch nicht unbedingt Ruhm erhoffen.

Denn Forschen ist vielmehr auch immer Selbstzweck. Schon die kleinen Kinder erforschen ihre Umwelt, man erforscht seine Umgebung in immer größerem Radius, sich selbst und auch die anderen Menschen. Man will immer etwas wissen, es ist einfach im Menschen drin, daß er neugierig ist.
Oder scheintot.

Man sollte sich an jene halten, die zugeben, noch zu suchen.

Manche nennen es auch Altersweisheit, wenn der Forscherdrang nachläßt. Oder lassen nur die Kräfte nach? Man ahnt zwar, daß sich auch hinter dem Horizont nur ein weiterer erstreckt, weil an der Idee, die Erde könnte rund sein, vielleicht doch etwas dran sein könnte. Man ahnt ferner, daß in einem selbst nicht jener Mister Universum des Geistes stecken könnte, den man bislang dort nicht entdecken konnte (wobei man doch täglich neue Aspekte in sich findet) und auch die tausendste Bekanntschaft in der Kneipe an der Ecke wird vermutlich wieder genau derselbe Typ Mensch sein wie die 999 vor ihm, die man bei einem Bier kennen gelernt hat.
Aber man weiß ja nie.

Vielleicht findet sich ja doch noch der große Wurf.

Probieren geht über studieren (Wobei diejenigen, die studiert haben, auch nur ausprobieren, wenn sie forschen). Vorher studieren, sprich: Ein paar Überlegungen anstellen ist aber auch nicht unbedingt verkehrt. Das sollten nicht nur diejenigen beherzigen, die ihr Forschungsgebiet auf dem Bereich der Elektrizität oder unter Wasser ansiedeln. Denn vorher die Sicherung zu entfernen oder Luft mitzunehmen (wenn man seiner Luftblase nachjagt), kann das Leben verlängern.
Das macht die Forschung weniger frei.

Drauflosforschen ist nicht ratsam. 

Allerdings sind die großen Entdeckungen unserer Zeit oft eher Zufall gewesen denn zielgerichtete Suche. Amerika und die Fotografie verdanken ihre Entstehung gezieltem Forschergeist und Planlosigkeit gleichermaßen. So mancher Amateur hat es, anfangs noch belächelt, später den Gelehrten gezeigt.
Allerdings ist so mancher Forscher auch verarmt und unbekannt verstorben.

Statt den Nobelpreis zu bekommen, hat man einen hohen Preis dafür gezahlt, daß man eine Luftblase gefunden hat, die sich nur als ein Sack heiße Luft entpuppt hat.

Und erst die Zeit hat der Entdeckung zum Durchbruch verholfen. Oder auch nicht. Wer weiß, was alles schon entdeckt wurde, ohne daß die Menschheit davon Notiz nahm. Heizsysteme, die weder die Umwelt belasten, noch fossile Brennstoffe verheizen. Mittel gegen Krebs ohne Nebenwirkungen. Patentrezepte, den Frieden auf Erden zu gewährleisten. Mittel gegen den Sieg der Dummheit über die Vernunft. Düngemittel, die der ganzen Welt helfen könnten, den Hunger zu besiegen. Eine Methode, die Klimakatastrophe abzuwenden.
Vielleicht gibt es das alles schon. 

Und wir haben einen großen Geist verlacht, der behautet hat, der hätte das entdeckt.

Möglicherweise wäre das ein lohnenswertes Ziel aktueller Forschung: Forschung nach bereits existierenden Erfindungen, die die Menschheit weiterbringen.
Warum auch suchen, was nicht da ist, wenn man etwas suchen kann, was ... möglicherweise auch nicht da ist.

Aber das ist je gerade der Sinn des Forschens: Nach etwas suchen, was möglicherweise nicht vorhanden ist. 
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