Bald ist es wieder soweit: Zum Schaden der Umwelt werden Millionen Menschen ihr Pulver vorzeitig verschießen. Tiere werden in wilder Panik vergeblich zu fliehen versuchen und an Neujahr werden komplette Straßenzüge übersät sein von Müll. Außerdem werden so manche Gliedmaßen von feuerwütigen Amateurschützen getrennt worden sein, so mancher mag sogar das Neue Jahr deswegen gar nicht mehr erleben. Die Aktion "Brot statt Böller" wird wieder hören und sehen, bis ihnen das Hören und Sehen vergeht, daß die Aktion wieder nicht die Resonanz erfahren hat, die man sich schon nicht mehr von ihr versprochen hat.
Warum das alles?

Für ein paar Sekunden Farbe am Nachthimmel?

Über hundert Millionen Euro werden allein die Bundesbürger ausgeben, so schätzt man. Woher die privaten Haushalte dieses Geld haben, erscheint schleierhaft, wenn man den unkenden Bekundungen Glauben schenkt, die da sagen: Es geht uns allen so schlecht. Weshalb vermutlich das Gegenteil stimmt: Es geht uns allen noch viel zu gut. Allerdings sagen die Soziologen: Je schlechter die Wirtschaftslage, desto mehr wird an Sylvester verfeuert.
Weil man das alte Jahr umso lauter verabschieden möchte.

Und mit ihm das, was einem an ihm nicht gefallen hat.

Als wenn die eigene Misere durch viel Krach und ein wenig Licht zu ändern wäre. Andere, die dazu nichts bezahlt haben und mangels Anfeuerung auch viel mehr Zeit haben, das Spektakel anzuschauen, werden ahen und ohen und völlig umsonst einem Schauspiel beiwohnen, das uns die Chinesen eingebrockt haben.
Dabei dachte man doch: Die sind erst im Kommen.

Aber in Sachen Umweltverschmutzung waren (und sind) uns die Chinesen offenbar ein paar Jahrtausende voraus.

Zurück zu Home