Ein Herr namens Hoyer (mit diesem Namen verbindet insbesondere Fußball-Deutschland nichts Gutes) hat doch tatsächlich vorgschlagen, das Aussehen der deutschen Flagge zu verändern. Das Schwarz würde das Ganze zu sehr drücken, das Rot sei zu aggressiv. Also geht bei seinem Entwurf (denn der Mann ist Dozent für Design in Ansbach) eine halbe Welle nach oben, was das Schwarz verkleinert, das Gelb aufwertet und die Aggressivität des Rots wurde durch einen Stich ins Orange angeblich abgemildert.

Probleme haben die Menschen.

 

Als ob sich so ein Entwurf wirklich durchsetzen könnte.

 

Vor allem nach dem Fahnenmeer zur Weltmeisterschaft (von dem man noch einige Pfützen sieht, in Fransen aus Fenstern hängend) dürfte dieser Vorschlag aber so was von zum Scheitern verurteilt sein, daß man sich fragt: Warum berichtet man überhaupt über so etwas?

Klarer Fall: Das Sommerloch verlangt nach sauren Gurken.

 

Aber muß man diesen Vorschlag nicht weiterdenken?

 

Sollte man nicht auch den Bundesadler modifizieren? Paßt zu dieser Regierung nicht eher ein Suppenhuhn? Oder sollte man dem Vorbild Irlands (Kleeblatt und Harfe) folgen und etwas gänzlich Friedliches auswählen? Etwa einen Fußball? Oder eine Schreibfeder als Anklang zum Volk der Dichter und Denker? Wo man doch leicht auf die Idee kommen könnte (bei etwas Nachdenken): Dieser Denker war wohl nicht ganz dicht. Oder gar ein Abflußrohr, denn da liegen Dichtung und Wahrheit auch ganz dicht beieinander.

So kommt im Sommer in Wellen eben alles zum Vorschein.

 

Wenn Du also ein dümmliches Anliegen hast: Jetzt ist die beste Zeit dafür.

 

Jetzt wird jeder Schwachsinn gedruckt.

 

Aber leider sind auch die Leser in Urlaub. Und wer will so etwas im Urlaub schon lesen? Man kommt heim und kann nicht mehr Flagge zeigen. Jedenfalls nicht die richtige. Eben noch auf der Welle gesurft, jetzt nur eine halbe Welle. Eben noch puterrot vor Sonnenbrand, jetzt blasses Rot zwischen ein wenig Schwarz und mehr Gelb.

Aber immerhin geht es bergauf.

 

Aber warte nur: Wo es bergauf geht, geht es schnell auch wieder bergab. Denn das haben Wellen so an sich.

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