Es gibt ein Spiel, das erfahrenen Internethasen kaum noch neu erscheinen mag, aber dennoch einen Zug der neuen Zeit darstellt: Man gibt zwei beliebige Wörter (Wortneuschöpfungen sind nicht erlaubt) bei einer bekannten Internetsuchmaschine ein und hofft auf möglichst WENIG Treffer. Selbst bei noch so abwegigen Begriffszuordnungen wie etwa (Was fällt mir auf die Schnelle ein?) "Wulff" und "Katzenpisse" (Verzeihen Sie mir die Wortwahl) hat man fluggs einmal 6390 Treffer.

Was will uns das sagen?

 

Ist damit die Aussage verbunden, die unbekannte Ehefrau eines bekannten Ex-Präsidenten (sie ist also mit ihrem Ex zusammen) habe mit Tierurin zu tun?

 

Das wird man kaum annehmen. Vielmehr haben offenbar viele Quellen Artikel verfasst, in denen die zwei Wörter zufälligweise beide vorkommen. Ohne, daß hieraus ein schalicher Zusammenhang folgte. Wer würde also den Schluß daraus ziehen, das Eine hätte mit dem Anderen zu tun?

Aber noch eine Frage scheint so manchen noch mehr zu bewegen: Wie kann man verhindern, daß dieser Zusammenhang überhaupt in Gefahr gerät, als Gerücht in die Welt gesetzt zu werden?

 

Hat man das Recht, daß in Suchmaschinen nur Wahres (und einem genehmes) erscheint? Wobei Suchmaschinen keine Wirklichkeit erzeugen (mit gewissen Abweichungen), sondern nur einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit anzeigen, den die Welt in das Netz eingibt. Wer als Lügner also die Unwahrheit - und das soll gelegentlich im ansonsten absolut unbestechlichen und aufrichtigen Internet vorkommen - ins Netz stellt, muß der von den Suchmaschinen als solcher entlarvt werden, indem seine Werke aus den Suchmaschinen herausgefiltert werden? Wie soll das technisch passieren und vor allem: Warum?

 

Ist nicht auch die Meinungsvielfalt eine Errungenschaft des Netzes? Vor allem: Wer entscheidet, was wahr ist und was nicht? Lähmte das nicht jede Auseinandersetzung? Da von gegenteiligen Aussagen auf keinen Fall beide wahr sein können, sollte es also eine von beiden erwischen (und sei es im Wahlkampf, da würden es wohl beide Aussagen nicht durch den Wahrheitsfilter schaffen). Welche Auswirkungen haben also die Löschungswünsche?

Der Außendarstellung Einzelner dienen?

 

Die Welt wahrhaftiger machen (frommer Wunsch, auch für Atheisten)?

 

Mit den Vorstellungen von gestern die Zukunft gestalten? Mit den Mitteln von Morgen die Vergangenheit gestalten? Heute schon vorbauen, was morgen gedacht werden soll?

Wem kommt diese Ansicht noch bekannt vor?

 

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