Die dänischen Nachbarn führen die Grenzkontrollen wieder ein. Griechenland überlegt, die Euro-Zone zu verlassen. Teil einer europamüden Entwicklung, die sich auszubreiten scheint - in ganz Europa. Auch in Deutschland überlegen manche - allzu - laut, daß man doch mit der - angeblich - so guten, alten Deutschen Mark besser führe.

Und wären bis ins Mark erschüttert, welche negativen Auswirkungen ein solches Zurückrudern zur Kleinstaaterei bedeutete.

 

Hat man vergessen, warum man die Europäische Union gegründet hat? Nach dem Zweiten Weltkrieg sollten die Völker Europas näher zusammenrücken. Es sollte nie wieder Krieg geben. In einem vereinten Europa hat man kein Feindbild mehr im Nachbarn (das dürfte als geglückt bezeichnet werden). Und man könnte auch ein Gegengewicht zur Wirtschaftsmacht Amerika bilden (was durchaus gelungen ist).

Daß ein Zusammenleben nicht ohne Probleme ist, war vorauszusehen. Und liegt in der Natur der Dinge.

 

Aber ein Rückfall in Provinzdenken ist keine Lösung.

 

Die Dänen etwa meinen, mit rigiden Grenzkontrollen Kriminelle aus ihrem Land heraushalten zu können. Als wenn es vor der Gründung der EU kein Verbrechen in unserem nördlichen Nachbarland gegeben hätte. Als wenn Kriminelle nicht auf dem Seeweg und illegal zur Seefahrernation Dänemark gelangen könnten. Die Griechen meinen, mit einem Ausscheren einen Sparkurs vermeiden zu können. Als wenn sie ohne Hilfe besser dastünden (was auch für Deutschland gilt: Gemeinsam ist man immer stärker als allein, das gilt auch und besonders für Staaten).

Was erhofft man sich?

 

Ohne Ausländer geht es einem besser?

 

Wünscht man sich die Zeiten des Merkantilismus zurück? Nur dänische Jeans, Cola und Pizza? Griechische Autos, Computer und Öl? Und das gibt einem das Gefühl, besser zu sein als die Anderen und Wohlstand zu schaffen? Schafft das Arbeitsplätze? Ohne Export und Import? Wo die Welt zusammenwächst, die gegenseitige Achtung und das Gefühl für Verantwortung füreinander wächst. Wo das Bewußtsein reift, daß man die großen Probleme nur zusammen, nur weltweit lösen kann, statt daß jeder für sich an sich denkt und hofft, daß schon alles gut gehen möge. Längst überwunden schien die Zeit, da man dachte, daß niemanden etwas angeht, was in Deinem Land vorgeht.

Weil weder Gifte, noch genmanipulierte Pflanzen, noch exotische Tiere, noch Musik, Literatur, Malerei, noch Handel an den Grenzen eines Landes Halt macht.

 

Grenzen sind dazu da, überwunden zu werden. 

Wer in Grenzen denkt, denkt in Schranken.

 

Denkt beschränkt.

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