Man kann den Vater der ermordeten Stieftochter des mutmaßlichen Täters durchaus verstehen, wenn er nach rechtskräftigem Urteil der ausbleibenden Auslieferung ein wenig nachhilft (gesetzt dem Fall, er war es, der seinen Nachfolger gefesselt vor ein französisches Gericht gelegt hat). Wenn die eigene Tochter mit Verletzungen in der Scheidengegend stirbt und der Stiefvater deshalb (allerdings in Abwesenheit) verurteilt, aber nicht bestraft  wird, in seinem Heimatland wiederum eine Frau betäubt und vergewaltigt und dafür milde bestraft wird, dann ist das kaum auszuhalten, wenn die üble Tat aufgrund juristischer Winkelzüge letztlich ungesühnt bleibt. Wobei der EUGH das Urteil aufgehoben hat und es insoweit wohl keinen Bestand hat.
Trotz allen Verständnisses: Sollte man solche Selbstjustiz gutheißen?

Vorbild werden für Entführungen weiterer Menschen in andere Länder, um dort Bestrafungen zu erreichen.

Wo man härtere Strafen kennt oder zumindest auf solche hofft. Oder gar Einfangen eines mißliebigen Zeitgenossen, um ihn vor irgendein Gericht zu legen. 
Den Gegner so aus dem Weg schaffen.

Und sich noch als Rächer der Unschuldigen fühlen, gar als Volksheld gelten für die eigene Gewalttat.

Wehret den Anfängen. Wenn das Schule macht, dann ist niemand mehr seines Lebens sicher. Wenngleich Strafe angesagt sein mag: Das entscheidet nicht der Einzelne, sondern die Justiz. Die eigene Rechtsauffassung an deren Stelle zu setzen, öffnet einer gefährlichen Welle von selbsternannten Richtern den Weg.
Das darf es in einem Rechtsstaat nicht geben. 

Für diese Art der Rechtsfindung muß man sich einen Willkürstaat suchen.
Was mit der Gefahr verbunden ist, daß man selbst irgendeinem Mitbürger ein Dorn im Auge sein könnte. 
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