4. Die Beobachtung

 

 

Ingolstadts Norden ist sozialer Brennpunkt. Das so genannte „Piusviertel“ besteht vor allem aus schmucklosen Mehrfamilienhäusern, die in Reihe und Glied eines freundlicheren Anstrichs harren. Putz bröckelt von den Wänden und auch sonst gäbe es hier für Ästheten eine Menge zu tun. Zwischen den mehrstöckigen Gebäuden dümpeln Rasenflächen mit altmodischen Wäschegestängen und modernen Abfallresten vor sich hin.

 

Auf den lang gestreckten Straßen parken tiefer gelegte Benzinkarossen, aus denen überlaut türkische Musik dem freudlosen Einerlei so etwas wie Exotik einhaucht. Junge Männer mit tief sitzenden Hosen und hoch fliegenden Plänen lassen ihre tätowierten Muskeln spielen und ihre gegelten Haare glänzen, während sich vor dem örtlichen Supermarkt ein paar ältere Männer in Trainingsanzügen mit Bier aus der Flasche zuprosten.

 

Die Gegend, von der alle träumen.

 

Die Häuser dort gleichen sich oft wie ein Ei dem anderen. Man hat durchaus Mühe, sie auseinander zu halten. 

 

(Fortsetzung demnächst möglicherweise auf Amazon)

Zurück zu Home