Journalisten sind darauf angewiesen, schreiben zu können. Und sie sind sind auch stilprägend. Für so manchen Leser auch Autoritäten, was Grammatik und Rechtschreibung anbelangt (was aber trügerisch ist, denn die Berufsbezeichnung ist nicht gesetzlich geschützt, nur der Berufsstand als solcher, weswegen sich so mancher Gauner einen Presseausweis zulegt, um staatlicher Repression entgehen zu können).

Allerdings hat der Journalist aus eigener Sicht keinen Schreibstil.

 

Er hat vielmehr eine "Schreibe".

 

Denn so heißt der Stil im Jargon der berichtenden Zunft. Was als verkappter Imperativ daherkommt, ist in Wirklichkeit eine Zustandsbeschreibung der Qualität des Schreibstils.

Das dürfte einzigartig sein und ist hoffentlich kein Vorbild.

 

Denn dann hätte der Philosoph etwa eine "Denke", der Metzger eine gute "Schlachte" und der Bäcker eine tolle "Backe" (Au Backe). Der Polizist hätte eine schreckliche "Verhafte" (und eine gute - wirklich vorhandene - "Kontrolle") und der Lehrer eine durchschnittliche "Benote" (und natürlich eine - tatsächlich existierende - "Lehre").  Der Pilot wäre mit einer "Fliege" bestraft (gibt es dagegen Fliegenklatschen?), der Chauffeur eine rasante "Fahre". Der Pförtner hätte eine höfliche "Durchwinke", der Richter eine milde "Entscheide".

Das, wenn sich durchsetzte.

 

Aber meine "Blogge" ist noch nicht so durchsetzungsfähig, ich hoffe, das liegt nicht an meiner "Schreibe" oder der "Lese" der Rezipienten (oder haben diese dann doch eine "Rezipiente"?).

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