Man kann gegen die Regierung sagen, was man will, aber eines fördert sie doch vorbildlich: Die Kultur des Demonstrationsrechts. Wie man jetzt bei den Transporten des Atommülls sieht, hat die professionelle wie auch die amateurhafte Widerstandsszene erheblichen Zulauf bekommen. Lief das Unternehmen, atomares Material quer durch Deutschland zu bringen, schon Gefahr, zur Randnotiz zu verkommen, hat man es jetzt wieder auf die Titelseiten der Zeitungen gebracht.

Und das hat man alles nur den Laufzeitverlängerungen durch die Bundesregierung zu verdanken.

 

Eigens hat man den Bundesrat umgangen, um noch rechtzeitig zur Atomsaison zur Generalmobilmachung beizutragen.

 

Das mag man sich in Stuttgart abgeschaut haben, wo ja auch eine konservative Regierung am Ruder steht. Und auch dort will man etwas unter die Erde bringen. Zwar keinen Müll, aber einen Bahnhof, es hat also auch mit Zügen zu tun (wie die Castor-Transporte). Und dort konnten auch Peitschen nichts ausrichten (mit Zuckerbroten hat man es zunächst erst gar nicht versucht), die Menschen demonstrieren dennoch gegen lang geplantes Buddeln im Untergrund.

Und die Demonstranten dort sind auch nicht allein aus dem Untergrund.

 

Ganz normale Bürger, ja Wähler der CDU wurden mobilisiert, gegen ihre eigenen Entscheidungsträger zu demonstrieren.

 

Ja, diese Regierung macht uns keiner nach. Oder hat man sich ein Vorbild bei den Franzosen genommen? Allerdings, wenn man nicht recht bald auch einmal angehört wird, sollte das französische Beispiel lehren, daß alles auch aus dem Ruder laufen kann (und man zuletzt auch gar nicht mehr am Ruder steht und nicht wiedergewählt wird).

Vielleicht sollte man einen Schlichter einschalten?

 

Hätte Herr Fischer eventuell Interesse?

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