Das ist des Deutschen liebstes Kind. Die Daten zu schützen, steht über allem. Noch über dem Schutz von Leib und Leben, jedenfalls über der körperlichen Unversertheit. Jeder Raser auf der Autobahn verwahrt sich dagegen, bei seinem Rechtsbruch fotographiert zu werden. Kein Wort davon, daß auf Deutschlands Straßen jährlich eine mittlere Kleinstadt stirbt und buchstäblich zehntausende Menschen verletzt werden, zum Teil blind werden, im Rollstuhl landen oder schwere, zerebrale Störungen haben, die sie zeitlebens zum Pflegefall machen. Eine der Hauptursachen von Unfällen sind aber simple Geschwindigkeitsübertretungen.
Solche, die ständig für Gefahr auf den Straßen sorgen, gehen jetzt zum Gegenangriff über und drehen die Spieß um. 

Nicht sie brechen das Recht, sondern ihnen wird mit den Radarkontrollen noch Unrecht getan.

Es ist, als würde der Mörder sich beschweren, daß der Staat über eine Justiz verfügt, die seinesgleichen verfolgt. Ohne Probleme gibt man seine Daten bei Facebook, MySpace oder bei eBay ein, samt aussagekräftiger Fotos von Urlauben oder alkoholgeschwängerten Feiern. Gerne macht man bei Gewinnspielen mit und füllt dort Formulare aus, die alle möglichen Daten enthalten.
Aber dort, wo es auch dem eigenen Schutz dient, muß es dringend verboten werden, daß der Staat Daten sammelt.

Dabei meint doch jeder, das Recht zu haben, sich ungehindert zu bewegen und dabei auch das Recht zu brechen. Das Unrechtsbewußtsein, unterstützt durch willfährige Anwälte, wird hierbei völlig verdrängt. Man glaubt sich im Recht. Waren es früher angebliche "Abzocke" (sic, was für ein zweitklassiges Wort), die man vor- oder dem Staat unterschob, ist es nun der Datenschutz. Konnte man sich allerdings früher nur auf seinen Stammtisch berufen, kommt einem nun vermeintlich das Bundesverfassungsgericht zuhilfe.
Wenn auch dessen Entscheidungen oftmals mißverstanden werden und die Gerüchte durch einseitige Diskussionen unter befangenen Laien auch nicht substanziell hochwertiger werden.

Jedes Argument ist Recht, um sich von Schuld reinzuwaschen.

Mag es die Darmgrippe sei, die einen zum Schnellfahren veranlasste (früher waren sehr viele Verkehrsteilnehmer mit Darmproblemen unterwegs), heute ist die Argumentation wenigstens appetitlicher.
Wenn auch nicht stichhaltiger.

In der Abwägung zwischen Gefahr für Leib und Leben einerseits und Datenschutz andererseits neigt sich die Waagschale meinem Empfinden nach eindeutig auf die Seite des Schutzes der Menschen.
Und nicht die der Daten.
Zurück zu Home