Der Rechtsstaat hat seine Grenzen. Ihn auszunutzen ist nicht schwer und kann gerade aus rechtsstaatlichen Gründen nicht übermäßig erschwert werden.

So hat auch der hartgesottenste Schwerverbrecher Rechte.

 

Etwa das Recht, vor Gericht Gehör zu finden.

 

Und davon macht ein gewisser Anders Breivik gerade in Norwegen rege Gebrauch. Er nutzt sein Rederecht, um seine kruden Ideen von einem Kreuzzug gegen den Islam zu verbreiten. Die Bretter, die er vorm Kopf hat, sind diejenigen, die ihm nunmehr die Welt bedeuten. Allmachtsphantasien, die darauf abzielen, die Welt zu verändern. Was ihm gelingt: Zumindest in Norwegen ist Vieles nicht mehr so, wie es mal war.

Allerdings hat er wohl ungewollt die Welt wirklich verbessert.

 

Mag so mancher gemäßigte Bürger ein gewisses Unbehagen gegenüber Islamisten und großzügig angezogenen Damen haben, so hat die Gewalttat wohl das Gegenteil von dem bewirkt, was sich der gewöhnliche Kreuzritter so vorgestellt hatte: Nunmehr mag sich so mancher Gemäßigte angesichts des Terrors von rechts mit dem Islam ein wenig mehr anfreunden, ihn zumindest weniger argwöhnisch sehen.

Auch der harmloseste Ottokar von der Strat empfindet mutmaßlich mehr Unbehagen gegenüber Massenmord an unschuldigen Kindern als gegenüber exotischer Kleidung und Religionsausübung.

 

Allerdings mag die Bühne, die man Herrn Massenmörder (mutmaßlich) bereitet, vereinzelt auch auf fruchtbaren Boden fallen.

 

Von frustrierten Kriegsspielern, die glauben, sich nur durch eine ähnliche Untat ins Gedächtnis der Menschheit einbrennen zu können. Es ist ein Kreuz mit den Kreuzrittern, die quer zur Fahrtrichtung mit ihrem Schicksal hadern. Die ihren Namen gerne einmal in der Presse läsen und allzu gerne einmal martialische Grüße in einem Gerichtssaal um die Welt schicken würden. Auch, wenn sie dafür einige Zeitgenossen um die Ecke schicken würden, das ist nun mal ihr Schicksal. Das erscheint ihnen schick zu sein.

Allerdings werden sie danach in die ewigen Jagdgründe oder in ein schickes Gefängnis geschickt, aus dem sie, wenn sie es geschickt anstellen, nach 21 Jahren wieder entlassen werden.

In die Welt, die sie schon jetzt nicht verstehen.

 

Sowenig Holz kann man gar nicht vor der Hütte haben, daß es nicht für viele Bretter vorm Kopf reicht.

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