Sie zu verlieren, gilt als verpönt. Aber man muß auch erst einmal in die Gelegenheit kommen, überhaupt abzuheben. Nur der kann zu sehr Bodenkontakt verlieren, der überhaupt nach Höherem strebt. Zu erdverbunden zu sein, ist allerdings auch nicht wünschenswert.
Denn dann ist man Bauer.

Ohne den Stand des Landwirts herabzuwürdigen.

Dazwischen sollte man sich bewegen. Ab und zu herunterkommen, aber auch manchmal zu einem Höhenflug ansetzen. Zacken nach oben und nach unten auf dem Oszillograph des Lebens. Wenn man jung ist, will man nach oben. Wobei man mit zunehmendem Alter auch immer weniger Ambitionen hat, sich nach unten zu orientieren.
Das bringt schon die abnehmende Beweglichkeit in der Lendenwirbelsäule mit sich.

Sich dann am Boden zu wälzen wie exaltierte Rockgitarristen, ist dann immer weniger angesagt.

Man möchte ja. Mitten im Solo mit einem Sprung auf den Teppich und auf diesem bleiben. Wild zappelnd der Extase entgegen. Allein, diese Steifheit im Rücken will nicht so recht in die Horizontale. Eine Zu-Boden-Geh-Hilfe, das wäre doch einmal eine Erfindung. Die Silber-Generation ist doch ohnehin die Klientel der Zukunft, warum nicht die Altrocker mit Dingen zum Konsum reizen, die sie wirklich wollen? Luxus-Rollatoren mit Navigationsgeräten und Mobiltelefone mit großen Tasten sind naheliegend, aber die wahren Luxus-Bedürfnisse will die Industrie doch auch immer befriedigen. Irgendwann haben alle Flachbildfernseher und Blue-Ray-Recorder, dann sollte man sich doch einmal umsehen, was man den Alten noch andrehen kann.
Und was sie jung werden läßt, zumindest in ihrer Erinnerung.

Weißt du noch, als wir noch zu langen Gitarrensoli auf der Matte nicht standen, sondern lagen? 

Man liegt doch auch zu Tische, man liegt jemandem, der einen mag. Auch Musik liegt so manchem, warum also nicht bei Musik liegen? Nur, weil Alter und Bandscheiben es suggerieren? 
Das sollte doch kein Hinderungsgrund sein, sich nicht lächerlich zu machen?

Luftgitarre (oder auch reale Brettgitarre) spielt sich doch im Liegen viel entspannter.
Also, Industrie, jetzt bist du dran. 
Zurück zu Home