Was man bislang nur Bananenrepubliken zutraute, wird in den Vereinigen Staaten gerade ernsthaft diskutiert: Um die Schulden zu drücken, will man einfach eine Münze mit einem Nennwert von einer Milliarde (amerikanisch: "Billion") prägen. Man will hierzu ein Schlupfloch nutzen, nachdem man zwar keine Gold- oder Kupfermünzen, aber solche aus Platin ohne besonderen Grund herausgeben kann. "Herausgeben" ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn in Umlauf soll das teure Edelmetall nicht kommen. Es soll in irgendeinem Tresor nur für seinen Wert stehen.

Oder liegen.

 

So liegt der Kapitalismus darnieder.

 

Das läßt tief blicken: Wie ist es um die Kreditwürdigkeit Amerikas bestellt, wenn solche Taschenspielertricks die Bilanzen verschönen? Und wäre das nicht auch ein gangbarer Weg etwa für Griechenland? Und Spanien? Und Italien? Ein bißchen Druck auf ein Metallscheibchen würde viel Druck von den Straßen nehmen. Warum ist man nicht schon längst darauf gekommen? Der deutsche Steuerzahler bräuchte keine Eulen mehr nach Athen zu tragen. 

Einen Haken hat die Sache aber dann doch.

 

Bis sich ein Trend aus Übersee bei uns durchsetzt, vergehen in aller Regel zwei Jahre.

 

Umso besser: Wir haben also bald die Lösung für die Finanzkrise. Und können ausnahmsweise schon einmal unserer Zeit voraus sein. Aber warum so bescheiden? Man könnte sogar den USA voraus sein und wirklich gleich eine Billionenmünze drucken. Oder gleich eine Billiardenmünze? Dann könnte man auch noch Afrika und Asien entschulden. Welch eine Vision. Die gleichen Betrügereien, die uns die Krise eingebrockt haben, führen auch wieder aus dieser hinaus. 

So funktioniert Marktwirtschaft.

 

Mein Vertrauen in das Bankwesen steigt wieder.

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