Da operiert ein jüdischer Arzt einen Patienten nicht, weil er auf dem Operationstisch ein Hakenkreuz-Tatoo am Arm des Patienten sieht. Er informiert nur seinen Chefarzt, läßt den Rechtsradikalen aber rechts (wohl nicht links) liegen. Ist das rechtens? DIe Ehefrau des Patienten wollte nun dem Arzt ans Leder, vor allem: An die Approbation.

Da sah wohl jemand die Chance, einen Juden aus dem Verkehr zu ziehen.

 

Allerdings fragt sich: Muß der Arzt nicht behandeln?

 

In Notfällen sicher. Wie der Feuerwehrmann kaum das Haus niederbrennen lassen kann, wenn sich darin der Patient zur Rekonvaleszenz ausruht. Aber hier lag kein Notfall vor. Nur ein Vertrag, denn die OP war ja schon in Gang gesetzt. Allerdings ist auch zu bemerken, daß sich der Patient durch das Tattoo strafbar gemacht, denn Hakenkreuze sind rechtsradikale Zeichen, die zu verwenden strafbar ist. Also sollte dem Arzt nicht nur ein Notwehrrecht zustehen, er muß sich auch nicht das Hakenkreuz ständig ansehen. Dies unabhängig von seiner Glaubensrichtung.

Wobei man dies bei einem Anhänger des mosaischen Glaubens noch besser nachvollziehen kann.

 

Und die Anzeige der Ehefrau ist schlicht eine Frechheit.

 

Bleibt zu wünschen, daß die zuständige Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Patienten eingeleitet hat. Ansonsten sie sich selbst strafbar machte. Die Kenntnis von dem Vorgang hat sie, spätestens durch die Anzeige.

So wendet sich diese als Bumerang gegen die Familie des Anzeigenerstatters.

 

Man sieht sich im Leben eben immer zweimal. Hoffentlich dann ohne verfassungswidrige Kennzeichen.

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