Der Herr Bundespräsident meint, daß seinem Amt nicht der gebührende Respekt gezollt wird. Das empfindet er als beleidigend und tritt zurück. Statt sich der Diskussion zu stellen, zieht er lieber die Notbremse und wirft die Brocken hin. Man hatte ihm wohl einen Arbeitsplatz mit Kuschelfaktor versprochen. Als man nicht jedes seiner Worte dankbar aufsog, bezog er das auf sein honoriges Amt. Das wiederum aber darf man nicht antasten.

Da fühlte er sich beleidigt.

 

Wie Männer allgemein dazu neigen, schnell beleidigt zu sein.

 

Die beleidigte Leberwurst ist eine Domäne des schwächlichen Geschlechts, des Mannes. Schnell eingeschnappt und die Umgebung mit Rückzug strafen. Man erinnere sich an den Außenminister, den unbeliebtesten, den wir je hatten, der diese Unbeliebtheit nicht auf seine Person oder seine dümmlichen Äußerungen bezog, sondern auf sein Amt. Mit abweichender Meinung war er überfordert - oder sein Amt. Beide Ansichten werden vom Volk nicht geteilt.

Was wiederum eine Beleidigung des Amtes darstellt.

 

Schade, daß er nicht unverzüglich zurücktrat, um Schaden vom Amt abzuwenden.

 

Nun ist also das Amt des Bundespräsidenten beleidigt worden. Und damit wurde es auch beschädigt. Ob der Rücktritt den Schaden beseitigt?

Der Eindruck ist ein anderer.

 

Erst durch der beleidigte Rückzug hat der Bundespräsident sein Amt beschädigt.

 

Gut also, daß er schon zurückgetreten ist.

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