Es ist mitunter schwierig, die Balance zu halten zwischen angenehmer Ruhe und anregender Unruhe. Zuviel Ruhe schläfert den Geist ein, zuviel Unruhe schädigt den Körper. Ein Leben mit Höhepunkten, aber auch mit wohltuenden Phasen der Erholung, das ist es, wonach man streben sollte.
Kein Leben allein auf der Überholspur, kein Leben allein auf der Kriechspur.

Aber was, wenn das Leben nicht das an Höhepunkten hergibt, die man sucht?

Vielfach erzeugen dann die Menschen künstliche Höhepunkte, die das Adrenalin hochtreiben. Nach dem gleichförmigen Bürojob mit den langweiligen Tabellen noch schnell an einem Gummiseil von einer Brücke gesprungen. Nach dem langatmigen Treffen mit den Bilanzbuchhaltern noch schnell den Wagen ausgefahren und auch in Rechtskurven überholt. Nach der endlosen Einsortierung der neuen Ware ein bißchen mit dem Feuer in den Augen eines flirtbereiten Singles gespielt.
Den Blutdruck hochgejagt. Die Körpersäfte wirbeln lassen.

Oder doch wieder nur Alkohol in sich hineingeschüttet, um die Tristesse zu vertreiben?

Was nur macht das Leben aus? Die großen Entscheidungen sind getroffen oder einem vom Schicksal abgenommen worden. Nun wartet nur noch der Gleichklang der Dinge, mit denen man sich im Laufe der Zeit umgeben hat. Unterbrochen nur von kleinen Gipfeln der Ekstase oder was man auch immer darunter versteht.
Was aber, wenn man feststellt, daß man sich damit überfordert?

Freizeit soll doch Spaß machen, keine unüberwindbare Barriere darstellen.

Wenn die Ausflüge in die Welt des Abenteuers nicht beflügeln, sondern lähmen? Wenn die Angst Überhand nimmt, sich aus diesen Momenten nicht die Genugtuung holen zu können, die man sich verspricht? Wenn der Körper nicht mehr mitspielt und die Psyche vor allem Angsthormone ausschüttet? Soll man sich dann seinen Ängsten Stellen und die körperlichen Zeichen mißachten? Oder doch auf die Hinweise achten und aufgeben?
Und sich langsam auf das Altenteil vorbereiten?

Nur noch auf der Couch sitzen und von der Vergangenheit eingeholt werden?

Oder sich einfach neue Betätigungsfelder suchen, vielleicht eine Nummer kleiner? Es gäbe viel zu tun da draußen: Allein, die Bequemlichkeit läßt einen leiber den Platz auf der Couch wärmen. Und Neues zu beginnen, ist nicht immer einfach.
Oder doch?
Und überhaupt: Man ist doch nicht, was man tut. Sondern sollte irgendwann wissen, wer man ist, ohne es auch anderen beweisen zu müssen. 

Um "ja" zu sagen, muß man manchmal auch "nein" sagen können.
Oder doch besser nicht die alten Pfade hinterfragen?

Diese Entscheidung kann einem keiner abnehmen.
Nur Körper und Geist vielleicht.
 
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