Wer den Prozeß gegen den Rußlanddeutschen verfolgt, der aus rassistischen Gründen mutmaßlich eine ägyptische Staatsangehörige im Landgericht ermordet haben soll, der gerät schnell an seine persönliche Toleranzschwelle. Dieser Rassist, der selbst einer Minderheit angehört, deren Ruf nicht zuletzt wegen solcher Vorfälle ergeblich leidet, versucht nun offenbar, das Verfahren zu torpedieren. Allein der Mummenschanz, der ihn martialisch und unerkennbar macht, erscheint als Hohn auf das Leben des Opfers und deren Angehöriger. Aber auch das Verhalten, selbst mit dem Kopf auf den Tisch zu schlagen und dann anderntags nach ärztlicher Versorgung, die für sozial Schwache ein Traum wäre, zu rufen, läßt schnell Ressentiments wach werden. Auch brodelt schon wieder die Ansicht, daß die Täter gesichert werden ohne Rücksicht auf Kosten und Mühe, während die Opfer schutzlos dastehen.
Wenn sich jemand unter dem sicheren Mantel prozessualer Rechte im Blockadesumpf suhlt.

Allein die angeklagte Tat macht ihn nicht gerade zu einem Sympathieträger, und die diese Tat auslösende Straftat macht den Angeklagten auch nicht liebenswürdiger.

Und hat die Tat schon bereits eine negative Außenwirkung auf das Herkunftsland der Ermordeten, so legt der Beschuldigte durch sein Verhalten weiter Brennstoff ins Feuer. Weiß er nicht, wie sehr gerade er, der sich doch auf sein Deutschsein beruft, dem Ansehen Deutschlands schadet?
Aber wie reagiert man darauf?

Glaubt man uns, wenn wir das als Einzelfall hinstellen? Angesichts einer Reihe rechtsextremistischer Vorfälle wohl kaum.

Indem man Ausländern gegenüber betont, daß es sich auch nicht um einen "echten" Deutschen handelt? Daß jener selbst hier nicht integriert ist (anders als im übrigen die Getötete, wie man liest) und auch nicht wohl gelitten ist in der deutschen Gesellschaft? Fälle wie dieser oder auch der Autobahn-Steinklotzwerfer, der aus demselben Kulturkreis stammt (und desen Opfer zufälligerweise auch), heben nicht eben das Ansehen auch und gerade der Rußlanddeutschen in Deutschland und das der Deutschen im Ausland.
Aber muß ich mich für so einen rechtfertigen?

Nein, ich distanziere mich ganz klar von solch einem mutmaßlichen Primitivling. Nicht, weil er Rußlanddeutscher ist oder ich "Deutschdeutscher". 
Sondern, weil er ein Weltbild vertritt, das in den Vorurteilen des Auslands immer noch für Deutschland steht. Auch, wenn er dieses üble Weltbild bereits aus seiner Heimat mitgebracht haben mag. Auch, wenn es sich um einen extremen Einzelfall handeln mag.

Damit wird alle Friedensbemühung Deutschlands zunichte gemacht.

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