Es kann passieren, was will: Durch Fakten läßt sich der unerschütterliche Glaube eines Fans nicht erschüttern. Da mag die Lieblingsmannschaft noch so schlecht spielen, ankreiden darf man das nicht. Da mag die ehemals bekannte Musikgruppe nach ihrem einzigen Hit nur noch in Baumärkten auftreten: Es handelt sich immer noch um die innovativste Gruppe des Universums (wenngleich man nicht einmal alle Gruppen auf der Erde kennt, geschweige denn auch nur in der eigenen Galaxie). Selbst der dümmste Politiker der Lieblingspartei ist ohne Zweifel ohne Fehl und Tadel.

Das hat durchaus Effekte.

Eine Folgerung daraus ist: Fanatiker sind zu meiden. Extremismus ist selten ein gesunder Umgang.

Es wird etwa Werbern für eine Partei geraten, sich nicht mit ausgesprochenen Gegnern der Partei zu unterhalten. Das lohnt die Zeit nicht, denn einen eingefleischten Anhänger der Gegenpartei ohnehin nicht umpolen. 
Besser, man hält sich an die unsicheren Zauderer. 

Denn wahre Anhänger sind Argumenten nicht zugänglich. 

Woher stammt diese Sicherheit in den Überzeugungen? Ist es Unsicherheit, etwas zu hinterfragen? Ist es eine Art Beliebigkeit, weil es ja egal ist, welcher Ansicht man ist, da kann man gleich seine alte behalten. Und muß gegen Anfeindungen kämpferisch vorgehen, um nicht mit Überdenken der eigenen Position konfrontiert zu werden. Oder ist es die Angst, man könnte selbst keine Bedeutung mehr haben und erkennen, wenn das, woran man einst glaubte, keine Bedeutung mehr haben sollte?
Wir ziehen doch auch um, wechseln die Arbeitsplätze, ja sogar die Lebenspartner.

Warum aber fällt es machen Menschen so schwer, auch einmal den Standpunkt auch nur zu überdenken?

Teilweise ist man fassungslos, wie verbohrt Menschen sein können. Hauptsache, man bleibt bei seinem Standpunkt. Und wenn es argumentativ nicht geht, schreckt man auch vor persönlicher Diffamierung und Beschimpfung nicht recht. So bin ich ausgesprochen skeptisch, was Astrologie angeht. Wenn man dies aber Jüngern der Sterne gegenüber ausspricht, so bricht der Zorn der Sternzeichen über einem zusammen. Und dann wird man immer (da gibt es keine Ausnahme) gefragt, welches Sternzeichen man habe. 
Dann leitet der Fanatiker aus diesem Sternzeichen ab, warum man skeptisch ist.
Klar: Ich nenne immer irgendein Sternzeichen. Und habe schon alle 12 durch. Dennoch beweist nach Überzeugung der Astrologen jedes dieser Sternzeichen, daß man ungläubig sein muß.
Wenn das nicht lachhaft ist.

Aber nicht für fanatische Astrologen.
Warum, das steht in den Sternen. 
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