Wenn man mitbekommt, wie ältere Verwandte von ihren Angehörigen entsorgt werden, zieht sich einem das Herz zusammen. Kreuzunglücklich hocken die Alten herum und warten nur noch darauf, daß sie mal jemand besuchen kommt.
Oder auf den Tod.

Lebensabendheim, wie man es sich in seinen Albträumen ausmalt.

Wobei es auch die moderne Variante gibt. Wo viel angeboten wird und die Menschen gefordert werden. Wo man Kontakte pflegt, sich sportlich betätigt, Konzerte angeboten werden und auch das Zusammenkommen mit anderen.
Ein Ersatz für die eigene Familie ist das natürlich nicht.

Zu sehen, wie die Enkel aufwachsen, das ist durch nichts zu ersetzen.

Sicher hat sich so mancher Großvater zu lebendigeren Zeiten nicht derart intensiv um seine Lieben gekümmert und sollte sich jetzt nicht wundern, wenn diese sich nun nicht derart intensiv um ihn kümmern. Wobei Familienbande nicht für jeden alles ist. Wer nichts vermißt, der hat es leicht unter Seinesgleichen. Wer aber die Familienwerte hoch hält, für den wäre nur ausschließlich die Nähe von Altersgenossen zu wenig.
Aber man kann sich seine Familie nicht aussuchen.

Wobei: Man könnte es doch.

Wer aber auf Menschen gesetzt hat, für die sich die Welt um sie dreht, der sollte sich nicht wundern, wenn sich das auch im Laufe der Zeit und des Alterns nicht groß ändert.
Wobei man auch das Gefühl hat, das zuweilen auch Geld im Spiele ist.

Denn nach dem Abend folgt die Nacht, die nie endet. Und dazwischen liegt das Erbe.

Da werden Christenmenschen zu Materialisten, die keine Rücksicht auf das Schicksal der eigenen Seele nehmen. Hauptsache, das eigene Konto wird gefüllt. Nur am Grab werden auch die Augen mit Tränen gefüllt sein.
Vorher und nachher verschwendet so mancher keine Gedanken an den Vorfahr.

Der ist ja gut aufgehoben unter Gleichaltrigen. 
Jedenfalls besser als zu Hause, wo man selbst wohnt.

Und sich noch kümmern müßte, vielleicht sogar pflegen. 
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