Wofür Schleswig-Holstein berühmt ist? Für Meer, Segeln, plattdeutschen Humor - und politische Affären. Wer dachte, daß nach Herrn Barschels politischem Meineid nichts mehr kommen konnte, der wurde schon bei der politischen Demontage von Frau Simonis eines Besseren belehrt.

Und nun eine angebliche Liebesbeziehung zwischen einem 40-jährigen Kronprinzen und einer 16-jährigen Prinzessin.

 

Ein wertekonservativer Hardliner, der immerhin nicht auf seine eigenen Lügen hereinfällt.

 

Die politische Landschaft im Norden ist ein Scherbenhaufen, von denen nicht einmal der politische Gegner profitieren könnte: Die SPD zittert schon davor, ob ihr Spitzenkandidat im Parlament gewählt werden wird. Immerhin: Da ist etwas geboten. Nicht nur langweilige Debatten über Haushalt und Diätenerhöhungen, sondern Geschichten, die sogar für die BILD-Zeitung interessant sind.

Sex sells.

 

Was in Amerika nicht einmal einen Präsidenten gefährden könnte, ist hierzulande einen Rücktritt unter Tränen wert. Was in Italien ein Ministerpräsident als positiv für sein Ansehen wertet, ist in unserem Land derart geschäftsschädigend, daß Köpfe rollen müssen.

Und das so kurz vor den Wahlen.

 

Wobei: Seit wann ginge es in der Politik um Inhalte? Es geht immer um Köpfe. Der richtige Kopf kann jederzeit den falschen Inhalt umsetzen. Aber man traut dem falschen Kopf niemals zu, den richtigen Inhalt - und sei er noch so richtig - in die Tat zu setzen.

Setzen, sechs.

 

Die Parlamenterier bleiben sitzen, nur der Chef wird versetzt, er nimmt seinen Hut und hängt ihn an den Nagel, auf dessen Kopf die Presse wieder mal getroffen hat.

Köpfchen müßte man haben.

 

Sagen sich die Parteien.

 

Haben sie aber nicht. Deshalb präsentieren sie Köpfe, wenn sie welche haben.

Vielleicht sollten sie es einmal mit Inhalten versuchen?

 

Aber so weit wollen sie dann doch nicht gehen.

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