Wer selten vor größeren Menschenmassen Reden hält, der hält es selten für nötig, seine Aussprache zu verbessern. Im Gegenteil, viele nuscheln sich durch ihren Alltag, verschlucken Silben en masse und halten gar nichts von akzentuierter Redekultur.
Doch beileibe nicht nur anonyme Menschen in zweiter Reihe.

Auch so mancher bekannte Mund stöpselt sich durch so manches Interview.

Da ist die Silbe "äh" die am häufigsten verwendete. So mancher Prominente kann schon allein an einem "äh" erkannt werden. Herr Stoiber und auch Herr Becker backen zuweilen kleine, rhetorische Brötchen. Wobei ein Politiker eigentlich seine Sprache im Griff haben sollte, ein ehemaliger Tennisspieler hatte nur gelernt, Tennisschläger (und gewisse Besenkammerluder) im Griff zu haben. Von solchen Zeitgenossen werden geschliffene Worte gar nicht erst erwartet.
Sonst hätte man ja auch nichts zu lachen.

Warum man dennoch soviele, äh, Sportler schlichte Ansichten in riesige Mikrophone stammeln läßt, bleibt allerdings schleierhaft. 

Neben der Ansammlung von Stilblüten ähen sich die durchtrainierten Körper (bis auf den Mund vielleicht, der wirkt eher untrainiert) durch Gespräche, die man besser nicht ausstrahlen sollte. Dabei leben doch Spitzensportler (gerade in der langen Zeit nach der kurzen Karriere) von ihrer Ausstrahlung. Und ihrem ehemaligen Ruhm, den sie Wort für Wort durch zusammengestopselte Aussagen demontieren.
Jüngere Mitmenschen, die die große Karriere nicht mitbekommen haben, kennen so manchen rhetorisch Unbegabten nur über diese Unbegabung.

Si tacuisses, äh, philosophus, äh, mansisses.
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