Um an sein verbales Ziel zu kommen, meinen manche des öfteren, bewußt über dasselbe hinausschießen zu müssen. Weil der Adressat vermutlich ohnehin nicht alles für bare Münze nehmen wird und das Gesagte ohnehin auf das Normalmaß zurückstutzen wird, muß man in seiner Ausdrucksweise drastischer sein, als es die Faktenlage erfordert. Da wird aus abweichender Meinung schnell "Meinungsterror", wobei unklar ist, was gezielte Anschläge auf Leib und Leben Unschuldiger mit ungeliebten Ansichten zu tun hat. Auch werden bisweilen Vergleiche auch harmloserer Vorgänge mit solchen aus dem dritten Reich gezogen.
Es kann gar nicht hart genug ausgedrückt werden.

Schließlich will man nicht argumentieren, sondern vor allem Unfrieden stiften. 

Wenn man aber sachlich bleibt, kann es passieren, daß man nicht mehr ernst genommen wird. Schließlich wirken zwischen diesen Terror- und Naziattacken seriöse Formulierungen nur noch wie Wattebällchen, die man seinem Gesprächspartner zuwirft. Zwar mag es altmodischen Menschen annehmbar erscheinen, wenn man sich in der Kommunikation die Bälle hin- und herwirft.
Da sollten es aber schon geistige Bomben sein, die da abgefeuert werden.

Schließlich will man überzeugen, nicht nur miteinander reden.

Und je mehr, desto besser. In unserer marktschreierischen Zeit, in der Superlative überstrapaziert werden, sogar nochmal gesteigert werden (etwa "maximalst" oder "absolutst"), ist Schlichtheit oder, wie man es früher nannte, "Understatement" nicht mehr angesagt. Als würde man sich im permanenten Wahlkampf befinden, in dem jeder weiß, daß die Steuern erhöht werden nach den Wahlen, gibt man vor, daß es Steuererleichterungen geben wird. 
Man ist so an die Lüge gewohnt, daß man ohne sie nicht mehr auskommt.

Und glaubt, damit eine Wahrheit weiterzugeben. 
Oder, um es modern auszudrücken: Man terrorisiert seine Umwelt. 
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