Ist es nicht geradezu dämlich, Satan anzubeten? Sicher, man kann und daran kann einen keiner hindern. Und sollte es sich um eine Phase jugendlicher Sinnsuche im schwarzen Outfit handeln, nach deren Abschluß man einem anderen Geist nachjagt, kann man damit leben. 
Und darüber hinwegsehen.

Aber eine dauernde Anbetung des Herrschers der Dunkelheit?

Zum einen sollte der Glauben an Satan auch zeigen, daß es dessen Gegner, Gott auch gibt. Ansonsten käme auch alles Gute von Satan. Und das widerspräche dann doch seinem Image grundsätzlich. Wenn es aber einen Gott auch nach der eigenen Überzeugung geben sollte, dann läge es näher, diesen zu verehren.
Denn er ist offensichtlich stärker als sein Widersacher.

Gott allein ist es zu verdanken, daß uns das Böse nicht uberrollt.

Aber aus einem anderen Grund ist es geradezu widersinnig und dumm, den Teufel als Kultobjekt auszuwählen. Denn Beelzebub steht nicht gerade für Vertrauen, Liebe, Zuverlässigkeit und Loyalität (das sind eher Insignien der anderen Fraktion). Nein, er steht im Gegenteil für Mißtrauen, Hass, Unzuverlässigkeit und Illoyalität. Wer garantiert also, daß er am Ende aller Tage seine Jünger bevorzugt behandelt? Ist es nicht eher zu erwarten, daß diese die ersten sind, die er über die Klinge springen läßt? Eben, weil er der Fürst des Bösen ist und sich aus teuflischer Lust zu Repressalien diejenigen aussucht, die diese Bosheiten am meisten trifft. Die Anhänger erwarten Dankbarkeit und ernten Undank, denn auch dafür steht der Leibhaftige. Sie braten in der Hölle, was allein dem Gehörnten Spaß bereiten: Hass und Mißgunst zu sähen.
Nein, schlau ist es wirklich nicht, Satan anzubeten.

Wie sich wohl noch herausstellen wird. 
Hoffentlich. 
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