Jemanden zu haben, der einem in jeder beliebigen Situation den Rücken stärkt, ist wie ein Lottogewinn. Wie schnell sind falsche Freunde fort, wenn sich die Glückssträhne auch nur leicht abschwächt. Die, die dann noch da sind, wenn dir der Wind ins Gesicht bläst, das sind die wahren Freunde.
Wenn du dann nicht allein im Regen stehst.

Aber wenn da auch nur einer zu dir steht, das ist mehr wert als alles Gold der Welt.

Aber denjenigen mußt du erst einmal finden. Das ist wie eine Lebensaufgabe. Es geht nicht darum, möglichst viele Dinge anzuhäufen und den Nachbarn immer mit den neuesten Modellen (fahrbaren und weiblichen) zu beeindrucken. Es geht auch nicht darum, sich möglichst bei vielen Menschen bekannt zu machen (wobei diese auch nicht lange genug leben, dich ausreichend zu bewundern) oder soviele Abende wie möglich in unbekannten oder bekannten Kneipen zu verbringen. 
Alles, was du wirklich brauchst, ist ein Mensch, der sich nicht gleich beim ersten Problem auf und davon macht.

Der wirklich nicht nur in guten Tagen da ist. Sondern auch in schlechten Zeiten bleibt.

Die meisten Menschen wundern sich, wie überhaupt jemand zu einem allgemein als Monster angesehenen Schwerverbrecher halten kann (wobei: Wenn er mehr Rückhalt gehabt hätte, wäre so manches vielleicht nicht passiert). Zu jemandem, der schlimmste Taten begangen hat, der absonderlichste Gewohnheiten hat oder der einfach unsympathisch ist. Aber selbst solche Misanthropen haben zuweilen Menschen, die ihnen Briefe schreiben, die sie unterstützen in der Stunde der Not.

Man selbst kann vermeintlich auf viele Unterstützer hoffen. Allein, man lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Am Strand unter Palmen oder auch nur mit festem Gehalt und viel Lebensfreude hat man viele Mitstreiter. Aber werde einmal krank, heule nicht mit den Wölfen und gehe nur einmal deinen eigenen Weg. Dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Wollten eben noch viele mit einem feiern, verlassen die Retter das sinkende Schiff, wenn die Party vorbei ist.

Vielfach sind gerade junge Leute gewohnt, bei der kleinsten Schwierigkeit schnell Reißaus zu nehmen. Aber so manche Klippe muß man in rauher See umschiffen. Denn das Leben ist gespickt mit Problemen. Und alle wollen gemeistert werden. Es läßt sich vieles viel einfacher bewältigen, wenn man die Last auf mehr als zwei Schultern verteilt.
Man sollte dankbar sein, wenn man eine treue Seele an seiner Seite weiß.

Was will man mehr, als niemals allein zu sein. 
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