Politik ist nicht nur eine Frage des Denk-, sondern vor allem eine Frage des Machbaren. Sicher kann man sich auch utopische Träume leisten. Allein, mit der Umsetzung hapert es dann oftmals. Das ist auch der Grund, warum etwa der fundamentale Flügel der Grünen keine tragende Rolle mehr innerhalb der Partei inne hat: Die Realisten haben sich durchgesetzt (und auch so manche politische Forderung im Laufe der Jahre wie etwa der Ausstieg aus der Atomenergie).
Leider gehen aber die politischen Träumer nicht aus.

Was in der Technik und Literatur gewollt ist, ist in der Politik eher hinderlich.

So träumen die Linken von sozialer Gerechtigkeit, was sich zunächst nicht schlecht anhört. Dagegen hat kaum jemand etwas. Armut zu bekämpfen ist auch das Ziel aller Parteien. Nur über die Maßnahmen gehen die Meinungen auseinander. Die Linke will die Sätze der Sozialhilfe deutlich anheben, was auch teilweise berechtigt zu sein scheint. Ungerecht ist hierbei vor allem, daß auch Arbeistslose, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, nunmehr mit solchen Menschen gleichgestellt werden, die nie auch nur einen Cent in die Sozialkassen bezahlt haben. Außerdem erscheint das Schonvermögen deutlich zu niedrig, auch, soweit es zur Alterssicherung gebildet wurde. Sicher mag es auch Faulenzer (und Faulenzerinnen) geben, die nicht arbeiten wollen. Aber für die Mehrheit, die keine Arbeit findet, weil sie behindert, krank oder mit der Erzeihung von Kindern beschäftigt ist, ist das Leben am Existenzminimum hart und hoffnungslos. Wobei durch die neidrige Höhe auch der eine oder andere Nichtberechtigte davon abgehalten werden soll, Leistungen zu erhalten und auch angehalten werden soll, sich um Arbeit zu bemühen. 
Allerdings stellt sich die Frage, wie man derlei Erhöhungen finanzieren soll.

Die Linken wollen hierfür die Reichen stärker in Anspruch nehmen.

Ein Anspruch, der vor dem Hintergrund, daß Einkommensstarke oftmals kaum Steuern zahlen, durchaus seine Berechtigung zu haben scheint. Allerdings ist die Anzahl der Reichen (welche Bürger sind das genau?) keine absolute Zahl. Die Gefahr besteht nicht nur theoretisch, daß durch Erhöhung des Spitzensteuersatzes und Einführung einer Vermögenssteuer die Zahl der Reichen abnimmt. Diese könnten sich nämlich leicht gedrängt sehen, ihren Wohnsitz ins Ausland zu verlegen. An Steuerparadiesen ist kein Mangel in dieser Welt und auch die Hemmschwelle ist niedrig, zugunsten des eigenen Kontostandes dem Heimatland den Rücken zu kehren. Auf übergroße Solidarität sollte man in diesem Zusammenhang nicht bauen, wie das Beispiel so manchen berühmten Einkommensmillionärs zeigt. Ab einer gewissen Inanspruchnahme eines Einkommensstarken wird insoweit der Egoismus über den Patriotismus und die Nächstenliebe triumphieren.
Dann könnten sich durch die Maßnahmen die Steuereinnahmen sogar verringern.

Damit könnte man die sozialen Wünsche angesichts leerer Kassen nicht erfüllen.

Die Taktik, soziale Systeme durch nicht verwirklichbare Vorstellungen zu ruinieren, ist der Parteivergangenheit ja nicht fremd.
Nur gibt es diesmal kein Westdeutschland, das die Mißwirtschaft auffinge.

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