Was bei Taschendieben eher ungewollt ist, ist im Leben eher gefragt: Einstecken zu können. Das Leben ist mit Schwierigkeiten und Unebenheiten geradezu gespickt. Da sollte man nicht bei jeder Unwucht gleich aus dem Gleichgewicht kommen. Aber irgendeine Grenze hat jeder, bei der das Faß überläuft. Auch muß man sich nicht alles gefallen lassen. 
Zudem kann man so manchem ausweichen.

Warum sollte man sich bewußt unnötigen Ärger einhandeln?

So mancher behauptet vollmundig: Wer austeilt, sollte auch einstecken können. Sicher sollte man nicht allzu dünnhäutig sein. Aber sich alles bieten zu lassen ohne Notwendigkeit? Wenn man etwas erreichen will, dann muß man auch Gegenwind überwinden. Aber wenn man etwas freiwillig macht, nur zum Spaß, dann sollte man auch einmal das Handtuch werfen, wenn es den Spaß nicht einbringt, den man sich erhofft. Warum auch? Schließlich muß man sein Vergnügen nicht durch Mißvergnügen ersetzen, nur, weil man ansonsten als Mimose angesehen wird.
Oder zeigt man sich dann als jemand, der beim geringsten Widerstand gleich aufgibt? 

Manchmal sollten einem andere Stimmen einerlei sein.
Denn was der Suche nach dem Glück im Wege steht, scheint nicht den richtigen Weg zu zeigen, der da verstellt wird. Man muß auch einmal loslassen können, egal, was die Leute davon halten. Nicht immer ist die Meinung der anderen maßgebend für das, was man tut.
Ab und zu ist es gerade ein Zeichen von Große, allein auf sich selbst zu hören. 

Denn als Verlierer zu gelten, muß man auch vertragen können. Das ist im Grunde das Härteste, was man einstecken kann. 
Zurück zu Home