Im sommerlichen Hitzestau entbrennt im doppelten Sinn des Wortes wieder die Fage nach der angemessenen Kleidung. Kurze Hose und T-Shirt für den Mann, nabelfrei, tiefer Ausschnitt und Minirock für die Dame? Oder doch lange Hosen und Röcke und züchtig hochgeschlossen?
Allerdings hat die Wahl der Kleidung noch einen anderen Aspekt.

Nämlich den der sexuellen Belästigung.

Diejenigen, die nun lautstark protestieren und sagen, daß freizügige Kleidung doch ein schöner Anblick sei, denen sei gesagt: Das ist eine merkwürdige Ansicht. Ob sexuelle Belästigung vorliegt, liegt doch nicht in der Ansicht des Belästigers. Der fette Chef, der seinen Lehrling mit sexuellen Anzüglichkeiten drangsaliert, findet sich selbst auch toll. Und auch, wenn ihn seine Frau ebenfalls toll findet, ändert das nichts daran, daß es sich hier eindeutig um sexuelle Belästigung handelt.
Warum soll das anders sein, wenn mir junge Damen ihre Brüste, ihren Nabel und ihre nackten Beine aufdrängen?

Sich selbst schön zu finden ist keine Rechtfertigung dafür, anderen Menschen die dazugehörigen Attribute gegen deren Willen aufzudrängen.

Schon aus diesem Grunde sollte man, gerade auch im Büroalltag, wenn dieser mit Publikumskontakt verbunden ist, auch ein wenig Rücksicht üben. Kravatte und hochgeschlossene Bluse mag angesichts hochsommerlicher Temperaturen übertrieben sein. Aber den Sommer als Vorwand zu benutzen, seinen Sexus zur Schau zu stellen, ist unangebracht.
Lustgreise und solche, die noch nicht sexuell überfüttert sind, werden anderer Meinung sein.

Aber es ist fraglich, ob diese der Maßstab sein sollten.

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