Es gibt auch die Besetzung im Theater und im Film. Hier soll aber daran erinnert werden, daß vor nicht einmal siebzig Jahren von Deutschland aus einige Länder besetzt werden sollten. Was zunächst auch gelang, wovon in diesen Ländern aber nur der Ausdruck "Blitzkrieg" überdauerte. Und Ressentiments gegen die Besatzer, die zum Teil bis heute andauern. 
Dann aber wendete sich das Blatt, wodurch es nichts wurde mit der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne, wonach Deutschland über alles kommen sollte.

Stattdessen gingen die deutschen Gebiete zurück, man schrumpfte sich gesund.

Aber die Leidenschaft des Besetzens blieb den Deutschen, wie man immer wieder in fremden Ländern feststellen muß, wenn man auf deutsche Mentalität trifft. Diesmal aber mit Handtüchern, mit denen das Territorium gekennzeichnet wird. Man muß schon früh aufstehen, um noch unbesetztes Terrain zu  finden. Wer zu spät kommt, den bestraft der fehlende Liegeplatz. Gerüchte besagen, daß so mancher Deutsche im Urlaub früher aufsteht als vor der Arbeit.
Und sich dann wieder hinlegt.

Schließlich ist man im Urlaub.

Ja, da legst du dich nieder. Aber nicht dort, wo jemand das Handtuch hingelegt hat. Da mußt du das Handtuch werfen. Das weiße Handtuch hissen.
Aber du kannst nicht auf Frieden hoffen.

Besonders, wenn du einfach mal eine Handvoll Tücher mal dir nichts mir alles von den Besetzungscouchen nimmst und sie neu auf dem Boden drapierst. Um dich nicht auf denselben legen zu müssen. Dann legst du dich aber mit den Tuchbesitzern an. 
Und das kann böse enden.

Und wer will sich das schon im Urlaub antun? Will man überhaupt neben diesen Besatzern liegen? Man will doch fremde Länder ihrer Fremdheit wegen besuchen, nicht ihrer deutschen Besetzung wegen.
Fremde Länder, deutsche Sitten. 

 
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