Nach einem längeren Urlaub nach Hause zurückzukehren ist meist ein wenig merkwürdig, wenn nicht sogar befremdlich. Die ansonsten gewohnte Wohnung kommt einem herzlich ungewohnt vor, zumindest nicht von einem selbst bewohnt. Selbst die Lichtschalter fühlen sich anders an und die Pflanzen sahen auch schon einmal besser aus. Aber nach einer kurzen Phase des Fremdelns stellt sich schon bald das altgewohnte Gefühl von Heimlichkeit wieder ein. So mancher denkt im Urlaub mit Schaudern an das traute Heim, ist es doch mit dem grauen Alltag verbunden, dem man hier gerade zu entfliehen sucht. Insofern genießt das traute Heim nicht derartig tiefgreifendes Vertrauen, daß man sich ihm wieder gerne hingeben wollte.
Denn es winken auch die Arbeit, die Verpflichtungen, Termine und Zwänge.

Wie frei war man doch bar allen Drucks fern der Heimat. 

Wobei das Zuhause doch gerade der Ort sein sollte, wo man allerweitesten entfernt sein sollte von allem, was von außen auf einen einwirkt. Dort sollte einem keiner sagen, was man tun muß. Dort können dir die anderen mal im Mondschein begegnen. Dort sollte man man selbst sein können, sich im Unterhemd auf die Couch legen dürfen und nur das tun können, wozu man Lust hat.
Nicht jeder allerdings definiert sein Heim aus dem Freiheits- und Lustprinzip heraus.

Andere glauben, daß man dort daheim ist, wo die Kinder schlafen (was sie nicht oft machen, weshalb die eigene Freiheit zuweilen arg beschnitten wird, von der Lust erst gar nicht zu reden). Die Kinder hat man im Urlaub ohnehin dabei, weshalb es (zumindest für die Mütter) zwischen Hotel und Hotel Mama oftmals nur marginale Unterschiede gibt.
Aber einen Vorteil hat es: Wenn man nach Hause kommt, bleibt ein Fremdeln aus.

Wozu fährt man dann überhaupt in die Ferien? 
Zurück zu Home