Den Titel kann man auf zweierlei Weise verstehen: Traditionell eingestellte Menschen werden sich darunter eher die Bürde vorstellen. Aber auf Englisch geeichte Denglischer werden eher das Letzte aus diesem Begriff herausholen.
So sieht eben jeder die Welt auf seine Weise.

Es ist die Frage, auf was man sich einstellt.

Um englische Begriffe kommt man sicher nicht mehr herum. Insbesondere, wenn es für diese keine deutschen Entsprechungen gibt, so für den Manager, den Browser, tight sein. Aber es werden auch simple Dinge übersetzt, weil das angeblich fetziger klingt (aber es klingt lediglich angeberischer und ungebildeter): Chillen, Mum, daten. 
So ist das alles gleichzeitig beides: Bürde und auch zuweilen das Letzte.

Vor allem, wenn die englischen Ausdrücke noch falsch ausgesprochen werden. Immer wieder ein Hochgenuß.

Problematisch ist, daß so mancher Klassiker sich für jung hält, wenn er den Denglisch-Kurs mitmacht. Und damit die ganze Unsitte unterstützt. Die Sprachforscher gingen soweit, den eher einfallslosen Begriff "Gammelfleischparty" 2008 als Jugendbegriff des Jahres zu nehmen. Wohl, um die eigene Selbstironie zu preisen. Was aus dieser Einstellung für die deutsche Sprache zu erwarten ist, bleibt abzuwarten. Wobei das bislang zugelassene Sprachgut wenig Gutes erahnen läßt. Wieso man etwa einen Begriff wie "Handy" durch Aufnahme im Duden adelte, der zwar englisch klingt, aber im angloamerikanischen Ausland gar nicht existiert und daher auch dort nicht verstanden wird, bleibt nach wie vor schleierhaft.
Aber was tut man nicht alles, um jugendlich-frisch zu wirken.

Auch auf die Gefahr hin, sich im Ausland zu blamieren.

Mal sehen, was die Sprachpanscher dieses Jahr als Ausdruck des Jahres auserwählen. Ohne Rücksicht auf Verluste wird es vermutlich ein Ausdruck sein, der schon alt ist, aber neu an die Herren in der Midlifecrisis (auch so ein englischer Begriff) herangetragen wird, um sie als Jugendliche erscheinen zu lassen.
Darüber lachen dann alle: Die jungen Menschen, die alten und auch die Experten selbst.

Weil sie mal wieder so witzig waren. 
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