Es ist offensichtlich, daß die Wirtschaftskrise, ausgehend von den Liquiditätsproblemen der großen Banken, Folge eines allzu großen Freiraums, gepaart mit der Gier der Verantwortlichen ist. Wenn man den egoistischen Menschen läßt, denkt dieser nur an sich. Die Vorstände der Banken dachten vor allem an ihre eigenen Belange, die da hießen (und heißen): Boni und Provisionen. Und das war auch eine Folge mangelnder Kontrolle von außen.
Wer aber hat diese Freiheit der Wirtschaft immer gefordert und gutgeheißen?

Vor allem die Liberalen, allen voran die FDP.

Jede Einmischung des Staates erschien als unzulässiger Eingriff der Obrigkeit in ureigene Eigenkompetenzen der freien Wirtschaft. Die Wirtschaft konnte gar nicht frei genug sein, jedes Gängelband der Gesellschaft war zu verhindern und als Eingriff in die Grundrechte der freien Unternehmerschaft zu werten.
Bis die Blase platzte: Allen zum Schaden haben die Banken in Luftblasen investiert.

Und nun konnte der Staat natürlich zu Hilfe gerufen werden, denn das erscheint niemandem als Eingriff in die Wirtschaftsautonomie.

Allerdings sollte man meinen, daß nunmehr die Verfechter der grenzenlosen Freiheit geächtet würden. Daß diejenigen, die es mit zu verantworten haben, daß den Banken so weitreichende Freiheiten eingeräumt wurden, nunmehr die rote Karte gezeigt würde. Also insbesondere der FDP, der Partei der Besserverdienenden, die mehr als alle anderen die Machtbefugnisse der gierigen Bankmenschen legitimiert haben.
Aber weit gefehlt.

Sonderbarerweise steigen die Wähleranteile der FDP rasant. Man kommt nahe an die SDP heran. Wie es in dem alten Sponti-Spruch schon so schön heißt: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Diejenigen Parteien, die gegen diese Krise ankämpfen wollen, knicken dagegen ein. Die FDP leugnet auch ihre Positionen nicht, im Gegenteil, man hält an den gescheiterten Konzepten fest. Mit Rezepten, die die Krise mitverursacht haben, will man gegen diese ankämpfen.
Was fällt einem dazu noch ein?

Offenbar geht es im Wahlkampf nicht um Inhalte, sondern um die Verpackung. Das hat der Erfolg der Spitzenkandidatin der FDP bei der Europawahl schon gezeigt: Eine Dame, die kaum im europäischen Parlament zugegen war, wurde dank einer ausgeklügelten Kampagne und angenehmen Äußeren gewählt.
Die Verpackung zählt viel, der Inhalt wenig.

So gesehen, wird die FDP wohl bald den Bundeskanzler stellen. Das wird ein Höchstmaß an Freiheit nach sich ziehen.
Die man sich aber leider nicht mehr leisten kann. 
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