Es sind oft die Kleinigkeiten, über die sich die Menschen (und das beileibe nicht nur die weiblichen) aufregen. Als wenn es auf die Kleinigkeiten ankäme. Ob man die Zahnpastatube so oder anders schließt oder auch nicht, erscheint nicht wirklich von Belang zu sein. Daran scheitern aber zuweilen Partnerschaften.
Wobei im Gegenteil auch behauptet wird, daß es gerade auf die kleinen Dinge ankommen würde. In so mancher Kultur wird denn auch geraten, sich an die kleinen Dinge zu halten, um den Weg zum Glück zu finden.
Aber ist das ein Widerspruch?

Es ist sicher ein Unterschied, das Positive im Kleinen zu suchen oder im Gegenteil das Unglück der Welt sich in allen auch noch so kleinen Dingen offenbart zu finden.

Wer sich an allem reibt, gewissermaßen an jedem Sandkorn, der kann kaum annehmen, daß alles glattgeht und nur so flutscht. Wer aber nicht nur die großen Momente im Leben genießen kann, sondern auch an den Winzigkeiten, die vielen Zeitgenossen gar nicht besonders auffallen, der wird mehr an Glück sammeln und dadurch auch in sich erfahren. Denn was Glücksgefühle auslöst, sollte man selbst bestimmen oder zumindest der eigenen Psyche vorbehalten. Wer sich allein daran orientiert, was nach allgemeiner Ansicht Glück bedeutet, der schaut nur, ob die Kriterien erfüllt sind.
Allein das Abhaken einer Liste, die glücklich machen soll, führt aber nicht zur reinen Befriedigung.

Vielleicht ist es das, was die Menschen, die gerne überall Haare in der Suppe suchen, dazu bewegt, sich anhand von Kleinigkeiten zu echauffieren. Weil man im Großen eine Leere empfindet, macht man sich angesichtig von Unwichtigkeiten Luft. Wer niemals großes Glück erfährt, weil er in sich fühlt, daß sich hierbei nur nach Anderen zu richten nicht zielführend ist, der sucht sich Dinge, die für sein Unglück herhalten müssen.
Und da mag die berühmte Zahnpastatube gerade recht kommen.

Nur, wer Glück im Großen kennt, wird auch den kleinen Dingen Glücksmomente entlocken können. 
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