Die Erwartung eines Kindes faßt man gewöhnlich mit den Worten zusammen, jemand schaue Vaterfreuden entgegen. Sicher ist es für die viele Männer nichts als pure Freude, Nachwuchs zu bekommen. Ausgenommen mal diejenigen, die lediglich den Spaß des Vaterwerdens, aber nicht die Vorfreude auf das Vatersein genießen wollen. Unnötig zu sagen, daß die bloßen Erzeuger die Aussicht auf Unterhaltszahlungen nicht eben fröhlich stimmt. So verabschieden sich viele Männer nach der freudigen Nachricht auf Nimmerwiedersehen, vor allem aber Nimmerwiederzahlen.
Und lassen Kind und auch Mutter freud- und lieblos zurück.

Und worin besteht die Freude der Dagebliebenen?

Zunächst einmal sind viele neue Familien ein Hort eitlen Sonnenscheins. Solange die Beziehung zur Mutter hält, was sie verspricht, ist solch ein Familienleben ein Quell schöner Gefühle. Aber wehe, sie zerbricht. Dann sitzt in aller Regel die Mutter am längeren Hebel. Und den setzt sie in Bewegung, um nicht nur möglichst viel Unterhalt herauszuholen, sondern auch die Beziehung in unangemessener Unart und Unweise aufzuarbeiten. Dann bekommt der Mann sein Fett weg. Vielfach wird dann der notwendige Umgang hintertrieben, das Kind auf die vermeintliche Seite der Frau gezogen. Zuweilen so perfide, daß das Kind, wenn es merkt, was los ist, sich von der Mutter lossagt.
Oder zumindest sein Leben lang beziehungsunfähig ist. 

So hat man sich als Mann die Vaterfreuden beileibe nicht vorgestellt.

Manchmal aber lassen die Eltern ihre Beziehungskonflikte nicht an dem Kind aus, sondern schaffen es, vor dem Kind ohne Streit auszukommen. Auch, wenn vereinzelte Stimmen auch harmonische Scheidungen als schlecht für das Kind bezeichnen (wobei m.E. die Aufrechterhaltung einer verlogenen Fassade vom Kind atmosphärisch wahrgenommen wird und auch nicht zu dessen Ehrlichkeit in Beziehungen führt, wenn es die Lüge in der Beziehung von klein auf lernt), so sollte man doch auseinander gehen, wenn es nicht mehr paßt, aber sich dabei erwachsen mit der Situation beschäftigen. 
Das ist auch für das Kind besser als ständige Aggressionen, seien sie auch unterdrückt.

Erscheint es merkwürdig, daß einem bei "Vaterfreuden" nicht vor allem die intakte Kernfamilie einfällt? Keineswegs, denn diese ist schon lange nicht mehr die Regel. Die so genannten "Patchworkfamilien" haben längst die heile Idealvorstellung verdrängt, nicht zu sprechen vom Heer Alleinerziehender. Die Zeiten, als Ehen erst mit dem Tod eines der Partner endeten, sind schon lange vorbei. Ehen werden seit einiger Zeit auf Zeit geschlossen.
Aber Kinder hat man eben nicht nur auf Zeit.

Sondern länger als die Freude an und mit ihnen. 
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