Sicher, mehr als essen kann man kaum. Aber davon jemanden zu überzeugen, ist kaum möglich. Denn die Antwort wird sein: Man kann immer besser essen, hochwertiger, kostspieliger. Mit weniger Schadstoffen, besseren Nährwerten, exotischeren Zutaten. Mehr als satt wird man aber kaum (und wenn, dann kann man sich auch an Fastfood billiger überfressen). 
Wobei man im wahrsten Sinn des Wortes zunehmend Leute sieht, die Essen nie satt haben.

Die fetten Jahre sind noch lange nicht vorbei, sondern stehen erst bevor.

Und man braucht auch Kleidung. Und Schuhe. Manche Frau meint: Viele Schuhe, so viele, wie möglich. Aber trägt man sie auch, braucht man sie wirklich? Man ist doch nur ein Zweibeiner, kein Tausendfüßler. Und kann auch nicht gleichzeitig Unmengen Klamotten anziehen (außer sinnloserweise übereinander)? Und der alte Spruch, daß Kleider Leute machen, ist auch überschätzt. Denn warum sieht dann ein Brad Pitt selbst im ungewaschenen T-Shirt vom Krabbeltisch immer noch unerhört sexy aus, während ich mit keinen noch so teuren Kleidungsstück auch nur annähernd so aussehen werde wie Brad Pitt (für die Damenwelt: setzen Sie wahlweise Angelina Jolie oder Julia Roberts ein)?
Erfolgreiche Menschen können es sich leisten, leger zu sein.

Nur solche, die noch Erfolg suchen, haben es nötig, durch Anziehsachen zu glänzen.

Und man braucht ein Dach über dem Kopf, zumindest eine Stelle, wo man ungestört schlafen und auch mal für sich sein kann. Gerne mit Garten, warum nicht auch mit Schwimmbad? Und einer Dreifach-Garage, denn Autos braucht man auch. Und nicht nur ein kleines, denn in einem großen fährt es sich komfortabler, schneller und sicherer.
Nicht nur für sich, auch für die Nachbarschaft.

Denn man will dazugehören, indem man tunlichst besser ist.

Und wofür das alles? Mehr, als Glück kann man eigentlich doch nicht erreichen. Denn was sollen materielle Werte sonst für einen Zweck haben, Selbstzweck wird es kaum sein, also kann es nur Mittel zum Zweck sein. Aber macht das alles glücklich? Wenn wir durch Sachen unseren Rang herausstellen? Im Gegenteil jagen wir Dingen nach, die uns kreuzunglücklich machen. Wer würde auch auf die Frage, was für ihn Glück bedeutet, antworten: Ein schnelles Auto und ein großes Haus, tolle Klamotten und schöne Schuhe.
Nein, die Standardantworten lauten auf Familie, Gesundheit und Freunde. 

Wieso man dann soviel Zeit damit vergeudet, sich unnötigen Plunder an Land zu ziehen, weiß kein Mensch. 
Vielleicht tut man das, weil man nicht alles weiß. Jedenfalls nicht, was wirklich wichtig ist. Dazu muß man erst in eine lebensbedrohliche Lage kommen oder ernsthaft krank werden.

Vielleicht liegt das daran, daß wir alle von Höhlenmenschen abstammen, die noch nicht im Überfluß lebten. Für die es eine Frage des Überlebens war, möglichst viel des knappen Guts Nahrung und Unterkunft zu horten. Und nicht die, die sich beschieden haben und verhungert sind, haben uns ihre Gene vererbt, sondern die Jäger und Sammler, die gehortet haben.
Und wir horten auch heute noch, obwohl sich das Angebot an Futter und Unterkunft deutlich verbessert hat.

Aber das haben wir alle anscheinend noch nicht mitbekommen.

Aber statt sich ein wenig auf die Vernunft zu besinnen und sich ein wenig zu bescheiden, zerstören wir die Umwelt, nur, damit ständig neue Produkte alte ersetzen, die ausgereicht hätten, aber nun weggeworfen werden müssen, weil man ja neue kaufen soll. 
Jeder weiß und fühlt das.

Aber das kümmert keinen. Nach mir die Sintflut. Man bildet sich weniger, dafür mehr und mehr ein, Dinge zu brauchen, ohne deren Besitz wir sie niemals vermißt hätten.
Das sind unsere Gene.

Hätte man damals nur die bescheidenen Urmenschen nicht untergebuttert. Jetzt ist es zu spät.
 
Zurück zu Home