... soll ja, im Gegensatz zu so manchem Schreiber, geduldig sein. Die aber, die beschriebenes Papier zu dem gemacht haben, was es ist, haben oft weniger Geduld, weil weniger Zeit. Denn nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Also ist Zeit Geld, denn auch Zeitungen kosten Geld.
Wobei Zeitungen beileibe nicht mehr das schnellste Medium ist, wenn es gilt, Falschmeldungen möglichst rasch zu verbreiten.

War schon die behäbige Tagesschau in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aktueller, ist das Internet die derzeitige Nummer eins (wenn man Twitter wegen der Kürze seiner Nachrichten nicht wirklich als Informationsquelle ansieht) in der Desinformationsgesellschaft. In Sekunden verbreiten sich hier Gerüchte und hinterlassen Spuren, die selbst die Zeit nicht mehr heilen kann.
Papier kann aufgrund natürlichen Zersetzungsprozesses zerfallen.

Aber Bits und Bytes sind potentiell unsterblich.

Wenn man mal davon absieht, daß die Speichermedien und damit die Computersprachen babylonisch wechseln. Der Turmbau aus Informationen - deren Banalität zunehmend zunimmt - scheint in unglaublich hohe Spähren zu reichen, was verwunderlich ist angesichts der Plattheit eines Großteils der Meldungen. Aber die neuen Medien sind nicht umsonst für die breite Masse konzipiert, nicht in erster Linie für diejenigen, die in höheren Sphären schweben.
Und noch so etwas wie analoge Bücher lesen, aus Papier.

Ohne Scroll-Balken und Zoom, aber mit immerwährend aufgeladenem Akkumulator.

Und nach wie vor gilt Papier als das nachhaltigste Speichermedium, während viele digitalen Medien sich allzu schnell überholen. Die Industrie ist nun mal vorschnell, wenn es gilt, den Menschen Neues anzudrehen, unter Ausrangierung älterer Systeme und damit auch der damit gespeicherten Daten.
Wieviel Wissen damit verloren geht, ist unüberschaubar.
Aber zum Trost gehen damit auch jede Menge Peinlichkeiten unter - auch Groschenromane sind auf Papier gedruckt, nicht nur Doktorarbeiten.

Auf Papier jedoch kann auch die übernächste Generation noch alles mitverfolgen, was dem Verfasser als mitteilenswert erschien. Und die überübernächste. Und wenn nicht ein Brand oder Feuchtigkeit dazwischenkommt, dann kann sich der Urheber noch Äonen von Zeitaltern überliefern, sofern die Rezipienten das Lesen nicht verlernen.

Das steht allerdings zu befürchten. 
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