Sich Ziele zu setzen, ist nicht unwichtig. Denn wer allein in den Tag hineinlebt, der wird gegen Ende des Tages feststellen, daß sich nichts geändert hat. Und auch nach vielen Tagen mehren sich allein Falten und graue Haare, aber voran bringt einen das nicht. Allerdings darf man seine Ziele nicht zu hoch stecken. Denn was man nicht erreichen kann, wird man auch nicht erreichen. 
Vernünftigerweise sollte man daher keine Luftschlösser bauen, sondern erst einmal mit einem soliden Fundament anfangen. 

Wenn das Haus dann fertig ist, hat man wenigstens nicht auf Luft oder auch nur Sand gebaut.
Wobei man auch feststellen wird: Auch die Bauzeit war Lebenszeit, die man verbracht hat. Während der Bauphase hat man Lebensenergie verbraucht und einen Teil seines Erdendaseins. Wenn man also diese Zeit nicht auch genossen hat, war sie im Grunde verschwendet.
Was nützt das schönste Haus, wenn man dafür wertvolle Jahre seines Lebens ohne Genuß am Leben aufgebraucht hat.

Auch der Weg zum Ziel sollte daher nicht vernachlässigt werden.

Und was ist das für ein Gefühl, kurz vor dem Ziel? Zu merken, wie man es bald geschafft hat, ein Kapitel in seinem Leben abschließt? Schwingt da neben Besitzerstolz nicht auch ein wenig Wehmut mit? 
Wieder etwas abgeschlossen, was jetzt? 

Nach dem Ziel stehen bleiben und völlig außer Atem nicht weiterwissen?

Muß man sich jetzt ein neues Ziel suchen? Muß das neue Ziel größer sein, wenigstens ein Herrensitz, oder reicht ein Abziehbild des schon Erreichten? Was aber mit zwei gleichen Dingen anfangen, wenn man im Grunde nur eines braucht? Ist die Lebensaufgabe erst einmal gemeistert, warten neue Herausforderungen, wenn man sie läßt.
Wenn man nicht nur darauf aus ist, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Ruhe ist allerdings nur für kurze Zeit Ersatz dafür, daß man sein Leben gestalten möchte, daß man nicht bloß Zeit hinter sich bringen will. Sondern aktiv und bewußt leben will, für etwas und auf etwas zu. Sicher kann man nicht alles planen, aber ganz ohne Ziel kann man ein solches auch nicht erreichen.

Hinter dem nächsten Gipfel warten schon der nächste Berg.

Und so hetzt man sein ganzes Leben lang von Ziel zu Ziel, immer auf der Suche nach dem, was hinter dem eigenen Horizont sein mag. 
Man darf dabei auch nicht vergessen, den Weg ein wenig lieb zu gewinnen und dem Ziel nicht die absolute Bedeutung beizumessen.  

Auch noch auf der Zielgeraden links und rechts des Weges zu schauen und zu sehen: Ich lebe. Und, ob ich das Ziel erreiche oder nicht, ich habe es wenigstens versucht.
Und mich gut dabei gefühlt. 
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