... soll ja sehr gesund sein. Es ist befreiend und kann auch über so manche, schwere Stunde hinweghelfen. Wohl dem, der nach einer Phase der Dunkelheit wieder zu seinem Lachen findet. Lachen ist auch ansteckend, Weinen dagegen nicht. Und Lachen ist individuell.
Leider.

Denn nicht jedes Lachen ist angenehm.

So eigen wie der Humor mancher, ja aller Menschen ist auch die Art zu lachen. Wer kann schon über alles lachen, über was sich so mancher Zeitgenosse ausschütten könnte? Verständnislos steht man daneben und beobachtet Leute, die sich aus scheinbar nichtigem Anlaß die Bäuche halten. Und so mancher Mitmensch kann durch seine Art zu lachen ganz gehörig auf die Nerven gehen. Da giggelt es neben einem, da jauchzt es, da quietscht es zuweilen regelrecht, so mancher oder vor allem: so manche kiekst vor allem in höchsten Tönen, da wird wie ein Pferd gewiehert oder brüllend laut aus vollem Halse gelacht, so daß es in den Ohren dröhnt. 
Und dabei wird so manche Sympathie verspielt.

Denn wie kann man jemanden mögen, dessen Lachen man nicht mag?

Wer diesen Umstand nicht kennt, der braucht hier gar nicht weiter zu lesen. Er mag vielleicht alle Menschen gleichermaßen (und keinen besonders) oder schaut und hört auch vielleicht nicht so genau hin, wie sich seine Mitmenschen verhalten. Wer aber auf die menschlichen Regungen seiner Zeitgenossen achtet und auch ein Auge und auch ein Ohr dafür hat, der kennt durchaus Leute, dessen Lachen unerträglich ist.
Aber warum?

Ist Lachen nicht die schönste Reaktion auf etwas? Wie herrlich ist es doch, jemanden zum Lachen zu bringen.

Das bricht das Eis, das kann der Anfang einer wunderbaren Liebe oder auch eines fabelhaften Flirts sein, das besänftigt so manchen Vorgesetzten mit den kleinen Schwächen seiner Untergebenen oder macht auch umgekehrt den hartherzigen Chef ein wenig menschlicher. Das hebt die Stimmung und bringt Schwung in jede Feier, das rettet über so manche peinliche Situation hinweg. Auch die Schadenfreude ist nicht unbedingt negativ zu sehen: Das Lachen über ein Mißgeschick kann ebenso vereinen wie damit aussöhnen, daß man nun einmal nicht unfehlbar ist.
Also: Warum geht einem das blöde Gekichere dieser doofen Ziege oder das impertinente Gegacker dieses idiotischen Gockels so auf den Nerv?

Vielleicht ist Lachen die unmittelbarste aller menschlichen Regungen. Man kann sich kaum verstellen wenn man lacht, oft kann man auch gar nicht anders, als eben zu lachen. Man kann in seinem Lachen regelrecht feststecken, was meist in besonders feierlichen Momenten leider als unpassend empfunden wird. Man kassiert böse Blicke, weil etwa eine Beerdigung nun wirklich kein Anlaß für Fröhlichkeit ist. Man will ja aufhören zu lachen, aber das Lachen will selbst einfach nicht aufhören.
Vielleicht ist man also beim Lachen ganz man selbst und gibt damit mehr von sich preis als sonst, wenn man sich halbwegs unter Kontrolle hat. Vielleicht ist im eigenen Lachen viel mehr von seiner eigenen Persönlichkeit enthalten, als einem lieb ist. Man offenbart einen Teil seines Seelenlebens durch die individuelle Art des Lachens, durch Regungen, die unwillkürlich sind und die man nicht im Griff hat.

Wer über diese These lacht: Gut.

Wer diese Ansicht nicht teilt und dennoch nicht darüber lachen kann: Auch gut.
Wer aber auch dieser Meinung ist, der hat gut lachen.
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