Langsam zu sein, ist nicht gefragt. Zwar mag Herr Nadolny etwas anderes propagieren, aber Langsamkeit zahlt sich weder im Beruf, noch im Privatleben aus.
Jedenfalls, wenn man den Lifestyle-Magazinen glaubt.

Nur Gottes Mühlen mahlen langsam.

Die Zeiten werden auch immer schneller, was die Veränderung und auch, was den Lebensstil betrifft. Sich Zeit zu nehmen, ist in unserer schnelllebigen solchen weitgehend unbekannt. Neben dem Beruf, wo ein schneller Aufstieg angepeilt wird, gilt es die Familie und schnell noch diverse Hobbies zu meistern.
Stillstand ist nicht up-to-date.

In der Ruhe mag die Kraft liegen, aber in der Unruhe liegt der Kern des Uhrwerkes, das uns alle zu mehr Eile mahnt.

Wer bremst, verliert, lautet ein Modewort. Schnelligkeit im Straßenverkehr gilt als Bürgerrecht, ein Tempolimit als undenkbar. Rasen ist erste Bürgerpflicht, Geschwindigkeit ist keine Hexerei, sondern Teil einer Denkweise, die den schnellen Weg als Ziel sieht und dabei letzteres weitgehend aus den Augen verliert.
Sogar das Essen muß schnell sein und schnell gehen.

Es gibt hierfür sogar ein eigenes Wort: Fastfood (was nicht "Beinahe-Essen" heißt)

Leider muß man dem Tempo irgendwann Tribut zollen. Die Attitüde des "Immer Mehr, immer schneller, immer weiter" hat irgendwo eine natürliche Grenze, auch die beste Sicherheitsausstattung kann die ehernen Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen. 
Außer Kraft setzen ist vielleicht überhaupt das Schlüsselwort. 

Wer vor lauter Kraft nicht mehr laufen kann, laugt irgendwann aus, auf neudeutsch: Es droht der Burn-Out.

Und so ziehen sich manche in Klöster oder in ihre Schneckenhäuser zurück, verbarrikadieren sich in Arbeit, während ihr Leben im Schnelldurchgang an ihnen vorbeizieht. Sie wechseln im schnellen Rhythmik ihre Autos, ihre Arbeitsstellen und ihre Partner. Sie ergehen sich in wechselhaften Moden und Launen, laufen dem Stand der Technik in der Unterhaltungselektronik stetig hinterher und sind schnell auf 180, wenn jemand mal eben nicht so will wie sie. Sie forcieren eine rasante Entwicklung, egal, wohin, Hauptsache, man hält sich nicht lange mit der Planung auf.
Denn sie sind Menschen der schnellen Tat, nicht der langen Überlegung.

Die Stoppuhr ist der Gradmesser ihres Lebens. Denn man sollte sein Leben nicht einfach leben, sondern vor allem messen. Und man wird daran gemessen, wieviel man schafft in welcher Zeit, nicht die Qualität des Handelns.

So, langsam sollte ich zum Ende kommen. Oder besser schnell?
Dann bliebe mehr Zeit für einen schnellen Kommentar. 
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