Allgegenwärtig sind nackte Tatsachen, die zum Teil paradoxerweise die wahren Tatsachen verdecken. Nicht unbedingt immer im Zusammenhang mit dem Inhalt werben etwa alle möglichen Zeitungen mit blanken Busen für ihr Blatt, das sie nicht vor - sondern teilweise in - den Mund nehmen. Meist vor blauem Hintergrund, weil sich das angeblich am Besten verkauft, lächeln elektronisch geschönte, strahlend leere Zahnpastalächeln in die digitale Kamera.
Daran hat man sich gewöhnt.

Leider.

Oder sollte das doch jemanden stören? Daß das Motto "Sex sells" so verabsolutiert durch unsere Welt geistert, wirft kein allzu gutes Licht auf die Befindlichkeit dieser unserer Welt. Gegen Sex ist nichts zu sagen, aber als immerwährendes Prinzip in allen Bereichen? Jenseits der inneren Werte nur auf das Äußerliche fixiert, das läßt den Geist verkümmern.
Warum geht es keinem auf den Geist, so betont oberflächlich zu sein?

Was sind das für Menschen, die so beständig triebgesteuert aufwachsen? Frauen - selten Männer, merkwürdig, hätte das keinen Werbeeffekt? Immerhin besteht die Hälfte der Menschheit aus Frauen - sie schüren als Objekte der Begierde dieselbe auf ein Produkt, zu dem die Damen gemacht werden.
Glaubt denn kein Mensch mehr an die Gleichheit von Mann und Frau?

Im Internet hat das Stichwort "Sex" die allermeisten Treffer. Und Filme oder alberne Bildchen aus dem Photoshop erfreuen Büros in aller Welt mit nacktem Fleisch, frisch auf den Konferenztisch der Ballermänner. Millionenfach verbreiten sich eher beschränkte Witzchen überall, immer auf der Suche nach einem hemdsärmlichen und ärmlich-erbärmlichen Lacher, der so manchem in der Hose stecken bleibt.
Haben die Menschen eingentlich keinen eigenen Geschlechtsverkehr mehr, daß sie immerfort fremdem beiwohnen müssen?

Statt selbst beizuwohnen?

Schreckt soviel Vordergründiges nicht ab? Oder warnt vor Schummeleien dessen, was da an den - meist - Mann gebracht werden soll? Klingeln nicht die Alarmglocken, wenn einem weibliche Glocken präsentiert werden, um von dem zu verkaufenden Produkt etwa abzulenken?

Anscheindend nicht.

Die Kunst liegt ja angeblich im Auge des Betrachters, so heißt es. Im modernen Kontext besteht die Kunst aber darin, alle Augen auf die Hose zu richten, um den Betrachter zum Erliegen zu bringen.
Wenn das mal nicht in die Hose geht.

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