Wirkt es wirklich lässig, Dinge wie den Personalausweis - zugegeben ein eher sperriges Wort - mit dem Unwort "Perso" abzukürzen? Man sollte sich diejenigen einmal anschauen, die das machen: Die Lässigsten sind das meist nicht, das sind eher Menschen, die in ihrer vermeintlichen Lässigkeit ein wenig verkrampft wirken. Auch ist es selten ein Zeichen dafür, daß man am oberen Ende der sozialen Fahnenstange mitwirkt.
Es ist eher ein Zeichen von eher einfacher Denkweise.

Denn es handelt sich immerhin auch um eine bewußte, sprachliche Vereinfachung.

Aber auch die Verkürzung von Wörtern, an deren Fragmente noch ein verniedlichendes "I" angehängt wird, wirkt nicht viel freundlicher. So gewinnt das Gymnasium nicht unbedingt dazu, wenn man mal locker vom Stobenhocker vom "Gymi" spricht. Erstaunlicherweise gibt es weder die "Haupti", noch die "Reali", vielleicht gibt es dort nicht so viele verkrampft lässige Zeitgenossen oder man hat diese Schulformen nicht ganz so lieb. Kneipen werden abgekürzt und Discotheken.
Orte eben, wo man sich gerne wohlfühlt und das auch so nach außen hin kundtun möchte.

Es suggeriert: Das habe ich gerne.

Wie etwa bei Vornamen oder auch Nachnamen von Freunden oder Bekannten, die einem am Herzen liegen. Was allerdings bei Kindern noch süß anmutet, wirkt bei Erwachsenen, die vielleicht sogar schon ein wenig ergraut sind, eher ein wenig peinlich. Wenn also der pensionierte Berni immer noch als solcher firmiert, glaubt er dann wirklich, er sei noch deutlich jünger, als sein "Perso", aber auch seine Haarfarbe und seine Falten es ihm beweisen?  Oder ist er einfach noch nicht reif für das Alter, verbinden sich da die Nachteile von Alter (körperlicher Verfall) mit denen der Jugend (fehlende Erfahrung und fehlendes Wissen)?

Warum dieser Hang zur Abkürzung und Verniedlichung? Ist es Sparsamkeit, spart man schottenhaft Spucke, wenn man weniger Silben aussprechen muß? Ist es Sympathie für die Dinge und Menschen, wobei: Wer hat schon Vorlieben für Ausweise? Oder macht man das Verkürzte freundlicher und sich selbst näher, wenn man es mit einer Art Kosenamen versieht? Hat man es gewissermaßen für sich erobert, wenn man es sprachlich auf Baby trimmt?

In der Kürze liegt die Würze.
Aber zuviel Würze verdirbt den Geschmack.

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