Auf diese Frage haben angeblich die meisten Menschen die Antwort: "Gut". Denn sie soll für viele Zeitgenossen gar keine echte Frage nach dem Wohlbefinden sein, weil man das überhaupt nicht wissen will. Ich habe diese Frage also bislang immer mißverstanden. Wenn es mir nicht so gut ging, habe ich das auch zum Ausdruck gebracht. Wenn es mir schlecht ging, habe ich auch schon mal geantwortet, man solle nicht fragen. Oder ich habe die Frage als Anstoß für ein Gespräch mißverstanden. Und erzählt, was mich derzeit bewegt.

Oder was mir gerade in den Sinn kam.

Gut zu wissen, daß man nur mit "Gut" antworten darf. Wer will auch heutzutage noch über etwas sprechen? Bilder sagen ja mehr als tausend Worte. Und auch das nur, wenn man sie im Internet postet. Nach einer gewissen Auslese natürlich, denn niemand will wissen, wie man morgens um sieben aussieht. Und dann nach einer gewissen Bearbeitung. Denn keiner will sehen, wie das Essen auf dem Tisch in echt aussieht. Daher muß man es erst durch diverse Folter jagen, wofür es Apps gibt. Weshalb das Essen dann meist nur noch lauwarm ist. Aber zumindest in den Medien gut und appetitlich ausschaut.

Also muß man auch sein Befinden aufpolieren. Es geht einem gut - und damit soll man es gut sein lassen.

Selbst, wenn es einem eher lauwarm geht.

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