Schatzfunde, gerade archäologische von geschichtlicher Bedeutung, fallen in Deutschland in aller Regel unter das sogenannte "Schatzregal". Danach wird unmittelbarer Eigentümer der Staat. Diese Regelung stammt aus alter Zeit, wonach dem König alles gehörte, nicht nur das jagbare Wild, sondern auch alle Bodenschätze.

Wer sich also einen Fund aneignete, beging eine Straftat. Das gilt noch heute.

Einzige Ausnahme ist - mal wieder - Bayern. Dort gilt die Hadrianische Regel, daß der Schatz zur Hälfte dem Finder, zur Hälfte dem Grundstückseigentümer gehört. Folge davon ist, daß unrechtmäßige Schatzsucher, auch gerne als "Raubgräber" gebrandmarkt, Schatzfunde aus allen Bundesländern gerne Bayern zuschanzen. Damit sie davon profitieren können.

Was wiederum zur Folge hat, daß Funde, die meist nur in Verbindung mit dem unmittelbaren Fundort zeitlich eingeordnet und bewertet werden können, verschleiert werden und wissenschaftlich unbrauchbar werden.

Dennoch hat der bayrische Weg etwas für sich. Hier kann der Finder den Fund an Ort und Stelle belassen (das muß er auch für eine Woche, bei gleichzeitiger Pflicht, den Fund der Denkmalschutzbehörde zu melden), ohne fürchten zu müssen, davon nicht profitieren zu können. Das könnte zur Folge haben, daß mehr Funde nicht für die Wissenschaft unbrauchbar sind, weil unsachgemäß geborgen und bei der Bergung (was nicht selten geschieht) sogar beschädigt durch Werkzeige wie Hacken. Viele Rutengänger mit ihren Metallsuchgeräten zerstören unwiderbringlich Kulturschätze, indem sie nach dem erwarteten Piepston mit viel Kraft, aber wenig Sachverstand im Erdreich herumhacken. Gerade aus der Auffindesituation, auch durch die Zusammensetzung des den Schatz umgebenden Erdreiches können die Archäologen aufgrund der mordernen Analyseverfahren aber die Funde zeitlich einordnen. Und daraus wissenschaftliche Schlüsse ziehen.

Wobei der außerbayrische Weg dazu führt, daß Schatzgräber, die vor allem an sich denken, nicht daran denken, dem König oder Staat zu bereichern, sondern sich vor allem selbst bereichern wollen.

Vorteil des bayrischen Weges ist, daß jedenfalls für den Finder auch etwas abfällt. Nachteil allerdings ist, daß, wenn sich Staat und Finder und Grundstückseigentümer nicht auf einen Kaufpreis einigen können, das Kulturgut völlig legal in privater Hand verschwinden kann.

Welches ist nun also der Königsweg?

Vielleicht sollte man den Finder und den Grundstückseigentümer dazu verpflichten können, den Fund öffentlich zugänglich zu machen?

Oder dem Staat ein Vorkaufsrecht einräumen?

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