Pegida ist nicht gleichzusetzen mit dem Volk. Meine These ist es, daß es auch schwerer ist, ausländerfeindlich zu sein, wenn man wenig bis keine Ausländer persönlich kennt. So ist es kein Wunder, daß Pegida in Dresden seinen Ursprung nahm und auch auch dort begrenzt zu sein scheint: Dort ist der Ausländeranteil rekordverdächtig niedrig.

Wenn man aber Nicht-Deutsche in seinem Alltag hat, fällt es schwerer, sie auszugrenzen.

Ausländerfeindlichkeit scheint einem abstrakten, nebulösem Verhältnis zu fremdländisch aussehenden Mitmenschen zu entspringen.

Sowohl im schwarzen München, als auch im roten Köln und auch im bunten Berlin spazierten nur vereinzelte Verblendete gegen massenhaft Gegendemonstranten an. Das ist wahrscheinlich der "Lügenpresse" zu verdanken. Wobei zu vermuten ist, daß Pegida-Anhänger ihr unklares Weltbild durchaus Teilen der Medien verdanken.

Woher wüßten sie auch sonst, daß es überhaupt Ausländer im Lande gibt?

Ihre Wut richtet sich auch nicht unbedingt gegen diese, sondern Ausländern im Ausland, über die bestialisches berichtet wird, was sie wiederum auf Asylbewerber im Inland projezieren. Gräueltaten im Namen der Religion, die die Asylbewerber gerade aus ihren Ländern vertrieben haben, werden ihnen angedichtet. Oder ihrer Religion. Oder ihren Völkern. Oder irgendwem.

Hauptsache, man hat ein Feindbild.

Das sich eben bei näherer Betrachtung nicht halten läßt. Aber wer will schon genauer hinschauen, wenn man erst mal ein Feindbild erworben hat. Fakten würden da nur stören. Und Gegendemonstranten. Und die Presse. Und - so deutlich muß man es sagen: Das Volk.

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