Thursday, 26. january 2012 4 26 /01 /Jan. /2012 17:36

Da es im Trend liegt und ich weder "Dönermorde" für ausländerfeindlich, noch "Swag" für besonders originell halte (Meine These: Da beweisen sich nur ein paar alte Säcke, wie wenig Ernst sie sich doch nehmen trotz ihres Alters). Geschweige denn, daß "Streßtest" (in alter Schreibweise) ein Wort ist, daß besonders viel über den Sprachgebrauch 2011 sagen würde oder diesen gar adelte.

Also bastele ich mir meine eigenen Worte des jahres.

 

Mein Wort also: "Slowblog".

 

Ich weiß allerdings noch nicht, ob dieser Anglizismus nicht doch einen Unwortcharakter haben könnte. Er beschreibt die Tätigkeit eines Bloggers, der nicht täglich, sondern seltener schreibt. Wenn das nicht den Zahn der Zeit gut beschreibt: Heute ist alles rasant schnell, daher hat man Twittern, Bloggen dun Chatten erst erfunden, um noch schneller sein zu können. Und dann verweigert sich einer diesem Trend und bloggt langsamer. Um, wie bei der SlowFood dem Hamburgerfressen, dem Zeitraffer einen Gegenpol zu setzen. Auch Herr Olma von "Extra Prima Good" wäre wohl entzückt.

Das Wort stammt im übrigen von Herrn Alexander Bally (Jedenfalls habe ich es von ihm das erste Mal gehört).

 

Ein Schriftsteller und Schreibcoach, der auch Kurse für kreatives Schreiben gibt. Und den ich nur knapp bei "Goethes Schlittschuh" schlagen konnte.

Vielleicht, weil er dieses Wort de Jahres nicht in seinem Beitrag verwendet hat.

 

Allein das wäre den Sieg wert gewesen.

 

Wer mehr (oder auch weniger) von ihm lesen möchte: www.alexander-bally.de

von einfeindesein - veröffentlicht in: Sprache
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Thursday, 19. january 2012 4 19 /01 /Jan. /2012 10:22

Das schreibe ich nun seit über zwei Jahren in einem Blog - und mir war nicht einmal klar, daß man ein Problem darin sehen könnte, welchen Geschlechts dieser sein könnte (worin sich schon andeutet: Ich empfinde ihn als männlich). Zum Teil liest man auch "Das Blog", was aber in meinen Ohren komisch klingt und in meinen Augen komisch aussieht.

Ein Blick in den Duden verrät: Grundsätzlich ist der Blog ein Neutrum, aber die männliche Variante ist zugelassen.

 

Andere proklamieren: Die männliche Form hat sich durchgesetzt.

 

Die Übung des Volkes dauert hier aber noch nicht lange an, um vom Ende einer Entwicklung sprechen zu können (Man beachte auch die bayrische Frechheit, die Butter männlich (oder auch sächlich), den Teller sächlich und das Maß weiblich sein zu lassen). Wobei die anderen, neuen Institute alle neutral sind: Das Internet (allerdings wohl, weil es heißt: Das Netz), das Twitter (oder doch der Twitter?), das Notebook, das Laptop. Allerdings tanzt hier der Computer aus der Reihe, es gibt ihn ja auch schon länger. Auch die Webseite (wohl, weil es es sich um eine Seite handelt) spricht hier eine andere Sprache. Auch sagt man: Der Download.

Also gegenrudern, von jetzt an neutral denken?

 

Ein Blog stellt allerdings eine subjektive Form der Meinungsäußerung dar, es handelt sich nicht um Journalismus, alle Welt kann anderer Meinung sein, im Blog will ich meine eigene verbreiten (anderer Leute Meinung zu verbreiten, dazu gibt es Zeitungen und Rundfunk).

Im Blog endet die Basisdemokratie (und ist damit gelebte solche).

 

In Blogs werden eigene Gedanken festgehalten, nicht der kleinste, gemeinsame Nenner der Allgemeinheit.

 

Also, man ahnt es schon: Ich bleibe bei meinem Blog oder flüchte mich in Zukunft, wie hier, feige in die Form, in der nicht erkennbar ist, ob es sich um die männliche oder neutrale Form handelt.

Schlau ausgedacht, was?

 

Oder typisch männlich: Zu keiner Entscheidung fähig, aber die lauthals verkündet.

von einfeindesein - veröffentlicht in: Sprache
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Wednesday, 18. january 2012 3 18 /01 /Jan. /2012 15:42

Auch jetzt, nach der Schiffskatastrophe wird wieder klar: Opfer brauchen Attribute. Es sind nicht einfach nur "ein Mann im Alter von x Jahren" oder "eine Frau aus der Gegend von Y", nein, den Getöteten müssen auch Eigenschaften zugeschrieben werden.

Wenn sich keine aufdrängen, dann eben aus dem Grundbaukasten für Klischee-Journalisten.

 

Frauen sind dabei meist "schön" (auch, wenn das dazugehörige Foto nahe legt, daß der Reporter einer Minderheit angehören könnte, was den Geschmack betrifft), Männer zumindest "lebenslustig". Als wenn es weniger schlimm wäre, wenn die tödlich Verletzte nicht hübsch oder der Ertrunkene im Leben ein ausgesprochener Griesgram gewesen wäre. 

Offenbar klingt darin an. daß man es bei Vertretern letzterer Gattung nicht ganz so bedauern müßte, wenn diese Opfer einer Katastrophe würden.

 

Um einen Misanthropen ist es nicht schade, und unschöne Damen gibt es nun mal im Übermaß.

 

Auch liest man immer wieder, diese Menschen "mußten" sterben. Warum nur mußten sie? Sie sind gestorben, aber aufgrund von Zufällen, nicht im Sinne von Zwangsläufigkeit. Oder sind derlei Journalisten immer Fatalisten, die an die Vorbestimmtheit glauben? Dann ist auch den Tätern oder Verursachern kein Vorwurf zu machen, weil sie nichts gegen das Schicksal machen können.

Die mutmaßliche Schuld des Kapitäns der "Costa Concordia" relativiert das meiner Ansicht nach nicht.

 

Oder ist darin der Gedanke verquickt, daß wir alle sterben müssen?

 

Auch ein ärgerliches Klischee musikalisch eher untalentierter Schreiberlinge ist die Beschreibung von Musik als "heiße Rhythmen", was genau genommen, die Musik auf einen Faktor beschränkt (und Harmonie und Melodie außer Acht läßt). Auch ist rhythmusorientierte Musik eher etwas aus der afrikanischen Tradition, Musik von vornehmlich Weißen geht in aller Regel eher von Melodie und Harmonie aus. Selbst ausgesprochen untanzbare Musik, etwa von Liedermachern, wurde schon derartig beschrieben.

Jedenfalls ist das eine fast schon reflexartige Formulierung, die auf gelangweilte Routine in der Redaktion hindeutet. 

 

Auch muß man in Zusammenhang mit Zirkussen immer lesen: "Menschen, Tiere, Sensationen". Obwohl die Zeiten dieser medialen Möglichkeiten Artisten und Tierbändiger kaum noch als sensationell erscheinen lassen.

Mit dieser Trias lockt man keinen dressierten Hund mehr hinter dem Ofen hervor.

 

Diese Worthülsen erwecken bei mir meist den Anschein, der Verfasser habe gar keine Beziehung zu dem, was er da schreibt. Aber ich will kein Griesgram sein, um den es nicht schade wäre, wenn ihm endlich das Maul gestopft würde.

 

von einfeindesein - veröffentlicht in: Sprache
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Tuesday, 17. january 2012 2 17 /01 /Jan. /2012 21:15

Über den Unsinn von Brustvergrößerungen habe ich bereits einmal gebloggt. So manche Dame fand: Das wäre ungerecht, sich "die Brüste machen zu lassen" (haben Frauen nicht von Haus aus Brüste, warum müssen diese noch "gemacht werden"?) wäre heutzutage das Nonplusultra.

Jeder ist seines Glückes Chirurg.

 

Ich meine nach wie vor: Sich aus nicht medizinischen Gründen der Gefahr einer Komplikation auszusetzen, zeugt nicht von Klugheit.

 

Und jetzt zeigt sich auch: Die Implantate halten nicht, was sie versprechen. Und das Heulen und Wehklagen ist groß. Die Busenwunder wundern sich. Man beklagt aber nicht die eigene Entscheidung, sich unnötigerweise irgendeine Substanz in einem wabbeligen Behälter unter die Haut verpflanzt haben zu lassen. Das ist doch ganz normal. Nein, der böse Hersteller ist an allem Schuld. Sicher ist der Pfusch nicht zu rechtfertigen. 

Aber dasselbe gilt für die dümmliche Entscheidung, allein mit größeren Brüsten weiterleben zu können, als man sie von der Natur zugedacht bekommen hat.

 

Der Irrglaube, man könne alles optisch verbessern, hat gerade einen empfindlichen Dämpfer erhalten.

 

Aber das wird die Dummheit nicht aufhalten. Man wird auf denselben Holzweg, nur mit einem anderen Hersteller, setzen. Und sich mit großer Unnatürlichkeit mit großen Brüsten brüsten. 

Denn auf die inneren Werte kommt es an.

von einfeindesein - veröffentlicht in: Gesundheit
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Sunday, 15. january 2012 7 15 /01 /Jan. /2012 11:20

Na, den Freitag gut überstanden? Obwohl es ein 13. war? Kein Unglück über Sie zusammengebrochen? Steht das Haus noch? Alles Schiffe im Waagrechten (na gut, das war daneben)? Kein neuer Vorwurf gegen Herrn Wulff (obwohl: Soviel 13. gibt es gar nicht, daß man dessen Misere erklären könnte). Wann ist es denn wieder soweit?

Das schreit doch nach einer Aufzählung.

 

Irgendwie bin ich auf den Geschmack gekommen.

 

Auch, wenn die Welt ohnehin dieses Jahr noch mehrmals untergeht, theoretisch gäbe es demnächst folgende Freitage, die auf einen Monatsdreizehnten fallen:

 

2012

April und Juli

 

2013

September und Dezember

 

2014

Juni

 

2015

Februar, März und November    

 

2016

Mai

 

2017

Januar und Oktober

 

2018

April und Juli

 

2019

September und Dezember

 

2020

März und November

 

Woher der Aberglaube stammt, daß Freitage, die auf einen 13. fallen, Unglückstage sein sollen, ist ungewiß. Teilweise galten Freitage als solche als Unglückstage, ohne genaue Datumsangabe, also alle 52 eines Jahres. So mancher Herrscher (beispielsweise Napoleon) führte an Freitagen keine Kriege (also war es für so manchen, einfachen Soldaten auch ein Glückstag) und schlossen keine Verträge. An Freitagen geborene Kinder galten als Unglückskinder. Bei den Römern und Germanen wiederum war der Freitag ein Glückstag, weil den Göttinnen Venus bzw. Freja gewidmet. 

Heute wird der aufgeklärte Mensch eher an Freitagen Glück empfinden, weil das Wochenende winkt.

 

Es ist wohl eher die Zahl des Teufels, die 13, die abschreckt. In vielen Hotels fehlt das 13. Stockwerk, jedenfalls offiziell, weil das 14. Stockwerk ja nicht über einem nicht vorhandenen 13. schwebt, sondern unmittelbar über dem 12. an dieses anschließt. Auch Hotelzimmer mit der 13 fehlen meist, weshalb man bei der Gesamtzahl sich nicht einfach an der letzten Nummer orientieren kann. In Flugzeugen fehlt die 13. Sitzreihe, damit diese nicht alle in den Abgrund reißt (was nicht immer funktioniert). Warum die 13 überhaupt Teufelszahl ist, kann nicht belegt werden. So war man doch etwa beim letzten Abendmahl zu dreizehnt (Jesus und sein Dutzend Jünger). Auch kann man kaum die 13. Stunde von der Digitaluhr tilgen (um dann 25 Stunden in einem Tag unterzubringen).

Die Amerikaner fangen einfach nach 12 Uhr wieder bei 1 an.

 

Und machen das einfach zweimal am Tag. 

 

Ich halte es ja eher mit der Zahl 12, zur 13 habe ich nur geburtstechnisch eine Beziehung (vielleicht ist das auch ein schlichter Überlieferungsfehler). 

Ich bin also doch am 14.5. geboren. 

von einfeindesein - veröffentlicht in: Weltanschauung
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