Dienstag, 9. februar 2010 2 09 /02 /2010 11:19

Anscheinend wird dieser Blog immer noch gelesen. Und, wenn man die genaue Herkunft der Besucher näher untersucht, so findet man heraus: Es geraten mancherlei Suchende auf diese Seite, die lediglich bestimmte Begriffe gegoogelt (wie es auf neudeutsch heißt) haben. So mancher mag sich wundern, wie so manches Thema augenzwinkernd am Thema vorbei abgehandelt wurde. So mancher mag sich Anregungen herausgepickt haben, die er gar nicht gesucht hat.
Allerdings ist dieser Blog auch nicht als Lebenshilfe gedacht.

Schließlich sollten hier nur Gedanken geäußert werden. Helfen kann dies nur, wenn man die Gedanken annimmt und sich selbst helfen kann.

Dennoch freut mich, daß die Spuren, die ich im Netz hinterlassen habe, nicht mit der Einstellung der täglichen Einstellung eines Artikels schlagartig enden, Sondern nach wie vor Menschen lesen, was ich irgendwann einmal für ausreichend wichtig erachtet habe, darüber zu schreiben. Und, was auch freut: Es ist das geschriebene Wort, das hier zum Tragen kommt. Es läuft nicht als Film ab (verfilmt wird deieser Blog vermutlich niemals, jedenfalls wäre schon das Drehbuch eine echte Herausforderung, will man auch Spannung erzeugen) und wird einem auch nicht in bunter, bewegter Pracht serviert. Stille Buchstaben und Worte setzen Gedanken zusammen. Im Rauschen des Internets, wo jeglicher Unsinn Verbreitung findet, nur eine kleine Welle, die sich mit anderen mischt.
Tröstlich, daß (überhaupt) noch gelesen wird.

Noch ist die Menschheit nicht verloren.

von einfeindesein - veröffentlicht in: Weltanschauung
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Sonntag, 7. februar 2010 7 07 /02 /2010 11:16
Die Schweiz echauffiert sich über den Ankauf einer CD, die Daten von mutmaßlichen Steuerhinterziehern enthält. Das angebliche Problem hierbei: Die Daten sind nicht freiwillig überlassen worden. Warum macht man sich da bei den Eidgenossen Gedanken? Macht dem Schweizer Bauchschmerzen, der deutsche Strafverfolgung könnte ein Fauxpas unterlaufen?
Glaubt man an eine Schweizer Fürsorgepflicht für das bundesdeutsche Rechtssystem?

Das geht doch grundsätzlich nur die deutsche Justiz selbst etwas an. Und wäre nicht schweizfeindlich.

Oder befürchtet man Nachahmer? Durch den Ankauf könnte man weitere Datendiebe dazu bewegen, weitere Datensätze illegal zu erwerben. Allerdings muß man dann einfach diese (und den hier zur Debatte stehenden) Täter ermitteln und gegebenenfalls bestrafen, nach Schweizer Gesetzen (sollte man solche haben).
Liegt der Grund peinlicherweise ganz woanders?

Befürchtet man, das Schweizer Bankgeheimnis könnte ausländische Steuervergehen nicht mehr decken und dies könnte dazu führen, daß man nicht mehr auf Schwarzgeld auf Schweizer Banken hoffen kann? Sollte der Schweizer Wohlstand sich auch auf Gesetzesbruch gründen? All der Reichtum nur deswegen, weil Gauner rund um den Erdball den Fiskus hintergehen?
Dies wäre tatsächlich schweizfeindlich.

Anzunehmen, die Schweizer lebten auf Kosten der Gesetzestreue der Ausländer. Lebten davon, daß im Ausland Einkommensmillionäre ihr Geld am eigenen Staat vorbei auf Schweizer Konten legten.

Das wäre in der Tat empörend.
Dagegen sollte man vorgehen.    
von einfeindesein - veröffentlicht in: Politik
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Sonntag, 17. januar 2010 7 17 /01 /2010 08:36
Zuletzt sollen ein paar nackte Zahlen sprechen. Statt sentimentaler Gedanken zu meinen Zielen und Absichten. Also: Die bislang 364 Artikel lasen 2865 so genannte "eindeutige" Besucher. Offenbar wurden die nicht eindeutigen Leser ausgeschieden, was immer darunter zu verstehen sein mag. Oder sollten das Menschen sein, die freundlicherweise mehrmals meinen kleinen Blog eines Blickes gewürdigt haben? Die Zahl der eindeutigen Besucher klingt überschaubar, andererseits doch beachtlich. Wenn man bedenkt, wieviele Blogs es weltweit gibt. Allein in Deutschland soll es überschlägig 600.000 bis 610.000 Blogs geben. Weltweit kann man wohl kaum ermessen, wieviel da gebloggt wird. Und es gibt auch so viele Zeitungen, die gelesen werden möchten. Insoweit freue ich mich über die Besucher, die meinen Blog eines Blickes gewürdigt haben.

Zudem lasen diese Besucher nicht je nur einen Artikel. Insgesamt wurden 8889 Seiten besucht, im Schnitt las also jeder Besucher etwa 3 Seiten. Da verschiedene Menschen, von deren regelmäßigen Besuchen ich weiß, fast alles gelesen haben, mag es auch Nutzer geben, die bei einmaligen Besuchen auch nur den jeweils letzten Artikel gelesen haben mögen.

Der Tag mit den meisten gelesenen Seiten war der 27.2.2009 mit 228 angesehenen SeitenRekordmonat war der März 2009 mit 1741 angesehenen Seiten

Freundlicherweise hatte ich 8 feste Abonnenten, die täglich benachrichtigt wurden, wenn ein neuer Artikel ins Netz gestellt wurde. Diesen danke ich herzlich für die Treue und das Interesse.

Ich habe 108 Artikel unter der Rubrik "Weltanschauung", 84 zum Thema "Beziehungen", 61 zum Thema "Politik", 36 Satiren, 25 zu "Sprache", 16 Nachrufe (17 mit diesem hier), 8 zu "Kunst" und je 4 zu "Sexismus" und "Sexualität" geschrieben.

Dazu erhielt ich von nur 14 verschiedenen Menschen insgesamt 198 Kommentare, die ich selbstverständlich alle beantwortet habe.

Insgesamt habe ich 16 CDs an eifrige Kommentatoren und Abonnenten verschickt.

Ich habe positive Reaktionen, aber auch negative, in einem Fall ausgehend von ministerialer Ebene erfahren. Da hatte ich sogar so etwas wie Ärger, allerdings letztlich ohne ernsthafte Konsequenzen. Das betraf interessanterweise einen Artikel mit sexuellem Thema, während die politischen Gedanken keinen Sprengstoff zu enthalten schienen.

Ich hatte als höchstes einen so genannten "Blogrank" von 71, mit dem das Interesse am Blog und dessen Aktivitäten ausgedrückt werden. Damit hätte ich sogar Werbung machen können und mit diesem Blog etwas verdienen können. Was ich aber nicht wollte und deshalb nicht gemacht habe. Auf Geld kam es mir nicht an.

Ich danke also für das allgemeine Interesse. Ich werde weiterhin schreiben, bei Bedarf, nur eben nicht mehr täglich. Insbesondere an Tagen, wo ich mit Aktivitäten und Verpflichtungen zugepflastert war, war es gelegentlich schwer, auch noch zu bloggen. Wenn mir etwas auf den Nägeln brennt, werde ich allerdings weiterhin bloggen. Ich hoffe, auch weiterhin auf Interesse zu stoßen.

Wir bleiben in Verbindung. 
von einfeindesein - veröffentlicht in: Nachruf
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Samstag, 16. januar 2010 6 16 /01 /2010 08:46
Es scheint nur die umgekehrte Wortfolge zu geben, den Endspurt. Das ist der Zustand, wenn man noch einmal Gas geben muß, um das nahe Ziel zu erreichen. Wenn die Prüfung kurz bevorsteht oder auch das Ereignis, auf das man sich lange und intensiv vorbereitet hat. Oder schlicht auf den letzten Metern vor der Ziellinie nach einem Langstreckenlauf, wo man noch einmal alle Kräfte mobilisieren kann. Weil man weiß: Die wird man geraume Zeit nicht mehr brauchen. Jetzt kann ich alles geben, danach kann ich ausruhen. Mich erholen. Mal an was anderes denken. Mich anderen Sachen widmen.
Oder auch: Was danach passiert, das kann mir herzlich egal sein.

Darauf kommt es nicht an.

Wobei es meist ein Danach gibt, sofern es nicht um das Ende des Lebens geht. Und das Danach ist auch nicht weniger intensivals das Davor. Und im Danach verblasst das Davor, insbesondere das Mittendrin, das während der Zeit danach nur noch wie ein Wimpernschlag erscheint. Während es dir während der heißen Phase kurz vor Schluß wie eine Ewigkeit vorkam.
Da fühlte man sich so lebendig, ohne, daß man es selbst ahnte.

Und man war fokussiert auf das Ziel und blendete alles andere aus. 

Und wofür? Hat es sich gelohnt? Bei so mancher Prüfung stellt sich heraus: Nein, alles noch einmal auf Anfang. Wir drehen noch eine Runde. Oder man hat die Hürde zwar genommen, aber umsonst. Das Zeugnis über die bestandene Prüfung ist lang nicht so wertvoll, wie man auf dem Weg dahin vermutete. Alles für die Katz. All die Zeit und Mühe, man hätte sie auch besser investieren können.
Wobei man immer auch etwas lernt.

Über sich. Über andere. Über die Sicht der anderen. Über die Sicht auf die anderen. 

Und man lernt auch: Es gibt immer auch ein Anstatt. Eine Alternative, denn es gab mehr als einen Weg.
Aber das lernt man erst danach.

Nach dem Spurtende. Man schaut sich um. Aha, da bin ich nun also angelangt. War doch gar nicht so schwer. Und davor hatte man soviel Angst? 
Werde ich das auch übermorgen sagen, wenn ich den ersten Tag nach einem Jahr nicht mehr täglich blogge? 
von einfeindesein - veröffentlicht in: Nachruf
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Freitag, 15. januar 2010 5 15 /01 /2010 15:46
Sicher kann man nicht jede Minute seines Seins nach Wahrhaftigkeit und Tiefe trachten. Manchmal darf man auch mal brachial sein, unflätig, grob. Da muß auch mal eine Schlüpfrigkeit befriedigt und alle politische Korrektheit ad acta gelegt werden. Da ist auch mal Tacheles angesagt, von mir aus in Gossensprache. Manchmal darf man sich das erlauben.
Aber immer?

Primitivität als Lebensprinzip?

So mancher scheint die Suche nach dem Wahren schon aufgegeben zu haben. Oder du erwischst diese Menschen nur, wenn sie gerade Urlaub vom Nachdenken genießen. Und neben Witzchen über Damen und Alkohol sogar rassistische Anwandelungen haben. Grobheiten, wie man sie eher auf dem Bau oder im Stehimbiß des Hauptbahnhofs vermuten mag, treten dann zutage.
Und das durchgehend.

Jedenfalls immer, wenn du gerade hinschaust.

Verwandeln sich diese Grobiane nur dann in Philosophen, wenn sie sich zu Hause unbeobachtet wähnen? Oder sind sie wirklich so hirnrissig, daß sie dich immerwährend und paradoxerweise mit Gewöhnlichkeiten überraschen? Dauernd den dümmlichen Macho raushängen lassen, das muß doch anstrengend sein. Aber diese Anstrengung scheinen sie nicht zu scheuen. Oder ist das in Wahrheit deren Entspannung, weil sie sich gerade so geben, wie sie sind? So sind sie halt? Oder darf man doch darauf hoffen, daß diese üble Attitüde nur Posse ist, bewußt eingesetzt, um den Feingeist auf die Palme zu bringen? Und anderswo geben sie Lebensweisheiten von sich, die einem Anselm Grün zur Ehre gereichen?
Was ist echt und was ist Spiel?

Wie kann man das herausfinden?

Meine Erfahrung ist aber: Ob man mitmacht oder nicht, sie lassen sich nicht beirren. Wenn man dagegen angeht, weil man etwa Rassismus nicht duldet, erfährt man Widerstand.
Macht man aber zum Schein mit, dann stachelt sie das nur noch mehr an.

Und sie finden das witzig. Und ich? Soll ich zum Weinen in den Keller gehen? Oder dagegen an? Oder besser in mich, um nicht einzugehen?
Am besten: Weg.
 
von einfeindesein - veröffentlicht in: Weltanschauung
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